Kommentar – Fördervereinbarung eGK

Nicht Schuld der Ärzte

Von Hauke Gerlof Veröffentlicht: 19.03.2018, 10:50 Uhr

Sollen die Krankenkassen nun noch mehr Geld für den Online-Rollout der Gesundheitskarte (eGK) zahlen, als ohnehin schon geplant? Genau das will die KBV derzeit durchsetzen – und hat Recht damit, denn anderenfalls müssten die Ärzte zahlen.

Die Auseinandersetzung um eine Änderung der Fördervereinbarung zieht sich nun schon einige Zeit. Doch die Argumente, die KBV-Vorstand Dr. Thomas Kriedel jetzt ins Feld geführt hat, wiegen schwer: Es ist nicht die Schuld der Ärzte, dass sich der Markt für Konnektoren derzeit anders entwickelt als gedacht. Die Verzögerungen im vergangenen Jahr beim ersten Konnektor und nun auch bei weiteren Anbietern, die demnächst kommen wollen, liegen am aufwändigen Zertifizierungsprozess, nicht an der zögerlichen Haltung der Ärzte, in die Telematikinfrastruktur einzusteigen. Dieser Prozess läuft nach Meldungen aus den KVen derzeit offenbar relativ problemlos und zügig. 10.000 Ärzte seien mittlerweile angeschlossen, heißt es.

Wenn nun im dritten Quartal die Förderbeträge für Konnektoren drastisch gekürzt werden sollten, aber die Konkurrenzsituation noch nicht zu Preissenkungen bei den Geräten führt, dann müssten Ärzte draufzahlen. Doch von der ersten eGK-Anwendung, dem Online-Stammdatenabgleich, profitieren nur die Kassen. Und die sollten Ärzte jetzt nicht die Zeche zahlen lassen.

Lesen Sie dazu auch: Kriedel: Konnektor-Preise gehen später in den Keller

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