Kommentar

Nicht mehr wegzudenken

Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Das gilt auch für das Telemedizin-Projekt docdirekt. Dieses Pfund gibt die KV nicht mehr aus der Hand.

Von Florian StaeckFlorian Staeck Veröffentlicht:

Das Angebot der ausschließlichen Fernbehandlung mal einfach stilllegen? Undenkbar, jedenfalls für die KV Baden-Württemberg. Und so ist es folgerichtig, dass das Projekt docdirekt, das im April 2018 als erstes seiner Art gestartet ist, seine zweijährige Modellphase überleben wird.

Die KV-Führung im Südwesten hat von Beginn an ein klares Signal gesendet: Das Angebot der ausschließlichen Fernbehandlung soll Teil des ambulanten Sicherstellungsauftrags werden, und zwar mit dem Stempel der Körperschaft. Diese Botschaft schmeckt nicht allen Marktteilnehmern.

Der bisherige IT-Partner Teleclinic hat über seine Bewerbung in der neuen Ausschreibungsrunde noch nicht entschieden: Wer eigene Verträge mit gesetzlichen Kassen und der Privatassekuranz anstrebt, steht als IT-Dienstleister einer KV notwendig immer nur in der zweiten Reihe.

Docdirekt hat als Pilot in gewollt kleinem Format – zunächst nur in Stuttgart und Tuttlingen – bewiesen, dass Telemedizin funktioniert und auch im engen Regelungskorsett des Sozialgesetzbuchs V praktikabel ist. Künftig soll das Angebot beibehalten und in die Patientensteuerung via Terminservicestelle integriert werden. Doch wegdenken lässt sich docdirekt 2.0 aus der ambulanten Versorgung nicht mehr.

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