Umfrage

Online-Arzttermine im Kommen

Patienten leben in einer zunehmend digitalisierten Welt. Wer sich dort schon wohlfühlt, nutzt vermehrt auch die Möglichkeit, Arzttermine online zu vereinbaren. Das zeigen jetzt veröffentlichte Ergebnisse einer Umfrage.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Beispiel eines Angebots zur Online-Terminvereinbarung mit einer Arztpraxis.

Beispiel eines Angebots zur Online-Terminvereinbarung mit einer Arztpraxis.

© jameda

MÜNCHEN. Noch bieten nicht alle Haus- und Facharztpraxen ihren Patienten die Möglichkeit, Termine online 24 Stunden an sieben Tage der Woche zu vereinbaren. Dennoch scheint genau das zunehmend im Trend zu liegen - vor allem bei internetaffinen Patienten.

Wie eine nach Unternehmensangaben online-repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Research Now unter 1000 Internetnutzern im Auftrag des Arztbewertungsportals jameda ergeben hat, haben bereits 29 Prozent der Deutschen, die im Web aktiv sind, mindestens einen Haus- oder Facharzttermin online vereinbart.

Von diesen würden 98 Prozent wahrscheinlich oder auf jeden Fall wieder einen Arztbesuch online buchen. 84 Prozent derjenigen, die noch keinen Arzttermin online vereinbart haben, könnten sich dies jedoch künftig vorstellen.

Senioren noch zurückhaltend

Die Möglichkeit, Arzttermine online zu buchen, mindestens einmal wahrgenommen haben laut Umfrage mit 38 Prozent die 26- bis 35-jährigen Patienten, gefolgt von der Altersgruppe 36 bis 45 mit 33 Prozent. Auf Rang drei rangieren Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit 27 Prozent.

Im Alter nimmt die Affinität dann aber deutlich ab. So haben nur noch 24 Prozent der 46- bis 55-Jährigen je einen Arztbesuch online terminiert, bei den Patienten zwischen 56 und 65 waren es dann sogar nur noch 19 Prozent.

Als Motiv für die Online-Terminvereinbarung bei Haus- und Facharzt nennen die Befragten verschiedene Gründe, wie zum Beispiel die zeitliche Flexibilität oder den Komfort.

Mit 60 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich) steht der Wunsch an oberster Stelle, jederzeit - und damit auch an Wochenenden oder abends - einen Termin buchen zu können. 46 Prozent wollen auf diesem Wege die im Praxisalltag oft anfallende Warteschleife am Telefon umgehen.

Ein weiterer Aspekt hat weniger mit der Qualität der medizinischen Versorgung in der betreffenden Praxis zu tun als mit der Option, einen Terminwunsch möglichst zeitnah realisieren zu können. So sagen 44 Prozent der Befragten, online könnten sie sehen, welcher Arzt als nächstes einen Termin anbiete. Anhand dessen würden sie dann entscheiden.

23 Prozent schätzen es, komfortabel von unterwegs via Smartphone oder Tablet-PC einen Arzttermin buchen zu können. Für 18 Prozent ist es logischer Schluss, dass sie sich online über einen Arzt informieren und dann direkt im Anschluss online buchen, wenn sie sich für eine Praxis entschieden haben.

15 Prozent scheuen anscheinend das Gespräch mit einer Medizinischen Fachangestellten. Sie buchen online um nicht mit jemandem am Praxistelefon sprechen zu müssen.

Dass Haus- und Facharztpraxen vor allem mit Service bei Patienten punkten können, gilt nicht nur für die bewährten Recall-Angebote, sondern auch im Bereich der Online-Terminvereinbarung.

So gaben 66 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sich eine SMS-Erinnerung vor dem vereinbarten Termin zu wünschen. 42 Prozent wünschen sich im Anschluss an die Terminbuchung einen entsprechenden Kalendereintrag für ihr Smartphone.

Termintreue als Vorteil

Die Umfrage-Ergebnisse decken sich laut jameda, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Arztempfehlung, mit internen Statistiken. Auf www.jameda.de können Patienten direkt im Anschluss an ihre Arztsuche online einen Termin vereinbaren.

Mehrere tausend Nutzer machten jeden Monat davon Gebrauch. Arztpraxen profitierten dabei von echten Terminbuchungen und mehr Termintreue, da Patienten sich vorab mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren und diese verifizieren müssten.

Mehr zum Thema

Leitartikel

Homöopathie: Eine bloße Scheindebatte

Gendergerechte Sprache

KV Brandenburg präsentiert Leitfaden für das Gendern

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

32. Jahreskongress der SGAM

Empfehlungen zur Vitamin-D-Substitution: Neue Leitlinie angekündigt

Häufig muskuloskeletale Ursache

Kinder mit Brustschmerz: Das Herz ist es nur selten

Lesetipps