Fall Edathy

Pädiater fordern schärfere Strafen für Kinderpornografie

Der Handel mit Bildern von nackten Kindern soll hart bestraft werden, fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Auslöser der Diskussion ist der SPD-Politiker Sebastian Edathy.

Veröffentlicht: 25.02.2014, 09:44 Uhr

KÖLN. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) begrüßt, dass Bundespolitiker künftig den gewerbsmäßigen Handel mit Bildern nackter Kinder unter Strafe stellen wollen. Anlass für die Gesetzesinitiative ist der Fall des SPD-Politikers Sebastian Edathy, der Bilder von nackten Jungen gekauft haben soll.

Seit nun 25 Jahren ist die UN-Kinderrechtskonvention in Kraft, trotzdem habe Deutschland noch viel zu tun, um allen Kindern zu ihrem Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit zu verhelfen, schreibt der BVKJ in einer Mitteilung. Dazu gehöre auch, den Handel mit Nacktbildern von Kindern hart zu betrafen.

Zudem fordert der Verband Politiker dazu auf, die Regelungen zur Beschneidung von Jungen zu überdenken. BVKJ-Präsident Dr. Wolfram Hartmann spricht von einem zwiespältigen Verhalten vieler Abgeordneter: "Bei Herrn Edathy wenden sie sich angewidert ab, aber dem Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes haben 434 Abgeordnete ohne Bedenken zugestimmt!"

Dem Verband zufolge finden Erziehungsrecht der Eltern und Religionsfreiheit ihre grenzen, wo körperliche und seelische Unversehrtheit eines Kindes nicht mehr gewahrt ist. (ras)

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Kommentare
Dipl.-Med Matthias Junk

Dummer Text, Frau Schuster

Dieser Beitrag ist unsachlich und falsch - und "auf dem Hof" würde ich zu jemandem, der immer noch so etwas sagt, sagen "du bist dumm".
Erstens besteht diese Dummheit im Nichtsehen des engen Zusammenhangs von Verletzung von Rechten auf Unversehrtheit bei beiden Sachen: der Kinderpornographie und der rituellen Beschneidung, da diese bei beiden Tatbeständen gegeben ist.
Zweitens besteht diese o.g. Dummheit beim Immer-Noch-Nicht-Verstanden-Haben, dass es - außer bei medizinischen NOT-wendigkeiten - keinen diskussionsfähigen "Vorteil" der Amputation der Vorhaut in unserem Kulturkreis gibt.
Immer noch (das heißt, wider besseres vorhandenes Wissen) den inakzeptablen Versuch zu unternehmen, die irreversible Verstümmelung am Jungen-Penis mit "Hygiene-Vorteilen" zu beschönigen, ist abgründig und abwegig. In gleicher Weise könnte jemand fordern, dass der Vorschlag bzw. die Denkweise ernst genommen werden soll, dass das Ziehen aller Zähne prophylaktisch gegen Karies, Zahnschmerzen, drohende Endokarditis auf der Basis hämatogener Erregerstreuung bei mangelhafter Zahnhygiene (diesen Zusammenhang gibt es zwar, aber keine irre / verrückte Forderung nach prophylaktischer Total-Extraktion des Gebisses...) usw. durchgeführt werden solle !
Wie verrückt muss denn jemend sein, der die Parallelen hier auch nicht sehen will.
Hygieneerziehung ist in beiden Fällen ganz und gar anders zu sehen: mit Wasser, Hygieneartikeln, Regelmäßigkeit und Gründlichkeit - und mit einem als eines Menschen angemessenen Denkvermögens. Wer anders redet oder denkt ist nicht nur dumm, sondern unverschämt: spräche er doch den Angehörigen der männlichen Ausprägung der Spezies Homo sapiens die Fähigkeit zu Hygiene ab - und den weiblichen Angehörigen die Fähigkeit, sich als Mutter um eine hygienische Erziehung - auch auf diesem Gebiet - ihres männlichen Nachwuchses zu kümmern.
Alle anderen medizinischen oder psychologischen "Schein-Argumente" pro religiöse oder traditionelle Beschneidung sind für unseren Kulturkreis längst hinreichend entkräftet.
Oder brauchen Sie, Frau Schuster, etwa sogar diese Nachhilfe, dass es selbst einer gehörigen Portion "pornografischen Sexismus" bedarf, um die mitunter vorgebrachten sogenannten "ästhetisch-hygienischen" Argumente für eine Penisverstümmelung (Vorhaut ist sehr sensibel und sehr Gefühls-echt!!!) anerkennenswert zu finden: mit welchen unterbewußten Sichtweisen ein beschnittener Penis als "optisch schöner" empfunden wird, dürfte ja wohl selbst pubertierenden jugendlichen klar sein. Der Ruhezustand dieses männlichsten Organs darf aber gefälligst "friedlich - asexuell" sein und auch so aussehen: ein fast lustiges, runzlig-punzliges Rüsselchen - und nicht "allzeit bereit".
Verstanden?
PS: ist Ihnen evtl. noch nicht mal aufgefallen, wieviel Realitäts-Ignoranz ("Dummheit") hinter den Bemerkungen einiger Diskussions-Beschnittener 2012/2013 steckte, wenn diese behaupteten, dass ihnen ohne Vorhaut "nix fehlen" würde? Und dem Blinden die Farben ? Die fehlen ihm nicht ? Weil er sie nicht kennt ??? Tolle Argumentation - oder ?
Also, Frau Schuster, schämen Sie sich für Ihren hier gezeigten Bildungsgrad.
M.Junk, Leipzig, Kinder-und Jugendarzt,
unbeschnitten und trotzdem sauber..


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