Neue Ausbildungszahlen

Pflege bleibt überwiegend weiblich

Seit 2020 ist in Deutschland eine generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann möglich. Aktuelle Zahlen belegen nun: Männer sind weiter klar in der Minderheit.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Ausbildung zur Pflegefachfrau. Die Pflege bleibt eine weibliche Domäne. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. (Symbolbild)

Ausbildung zur Pflegefachfrau. Die Pflege bleibt eine weibliche Domäne. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. (Symbolbild)

© auremar / stock.adobe.com

Berlin/Wiesbaden. Pflege bleibt auch mit Einführung der generalistischen Ausbildung ein von Frauen dominiertes Berufsfeld. Gut drei Viertel der insgesamt 53.610 Auszubildenden im neuen Beruf der Pflegefachfrau beziehungsweise des Pflegefachmanns waren vergangenes Jahr Frauen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte.

In Deutschland ist seit Anfang 2020 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann möglich. Mit Einführung der sogenannten generalistischen Ausbildung soll die Arbeit in der Pflege attraktiver gemacht und dem Fachkräftemangel effektiver begegnet werden.

Schon heute sind Tausende Pflegestellen in Krankenhäusern und Heimen vakant. Allein in der Altenpflege kommen gerade einmal 27 Bewerber auf 100 freie Stellen. Laut Pflegerat könnte sich Situation nochmals verschärfen, da in den kommenden zehn Jahren bis zu 500.000 Pflegefachkräfte in Ruhestand gehen.

Aus drei eine gemacht

In der neuen Ausbildung, die mit dem Pflegeberufereformgesetz von 2017 eingeführt wurde, sind die bis dahin getrennten Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie der Altenpflege in einem Ausbildungsgang zusammengeführt.

Ziel ist es, den Wechsel zwischen den drei Bereichen zu erleichtern und Pflegeprofis ein breiteres Tätigkeitsfeld und somit mehr Karrieremöglichkeiten zu eröffnen. Erstmals erhalten alle jungen Nachwuchskräfte auch eine Ausbildungsvergütung.

Der Einführung der Generalistik war ein jahrelanger Streit auch innerhalb der Pflegeprofession vorausgegangen. Vor allem Verbände der Kinderkranken- und der Altenpflege sind in Sorge, wesentliche Ausbildungsinhalte könnten verloren gehen.

Zudem fürchten sie, dass sich Auszubildende für eine Spezialisierung in der Krankenpflege entscheiden, da diese Tätigkeit besser bezahlt wird als die Arbeit in der Altenpflege – auch wenn Beschäftigte dort zuletzt ein Gehaltsplus verzeichnen konnten.

17 Prozent der Azubis 30 Jahre oder älter

Den Zahlen der Statistiker zufolge wählen nicht nur junge Menschen eine Ausbildung in der Pflege: Sechs Prozent beziehungsweise rund 3580 Auszubildende zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann waren bei Ausbildungsbeginn 40 Jahre oder älter. Weitere elf Prozent beziehungsweise 5910 Auszubildende waren zwischen 30 und 39 Jahre alt. Das Durchschnittsalter bei Ausbildungsbeginn lag bei 20 Jahren.

Laut Pflegeberufegesetz können Auszubildende zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann ihre Berufsausbildung auch in Teilzeit absolvieren. Dies soll Personen mit familiären Verpflichtungen die Ausbildung erleichtern. Zudem sollen so berufsbegleitende Ausbildungen unterstützt werden – etwa die Weiterqualifizierung vom Pflegehelferberuf zur Pflegefachkraft. Laut Statistischem Bundesamt nutzten im ersten Ausbildungsjahr jedoch nur etwas mehr als 500 Auszubildende die Möglichkeit der Ausbildung in Teilzeit.

2020 wurden den Angaben zufolge insgesamt 57.294 Ausbildungsverträge in der Pflege abgeschlossen. 3681 Verträge (6,4 Prozent) wurden bis Jahresende wieder aufgelöst. Dies bedeute aber nicht, dass die Absolventen ihre Ausbildung abgebrochen hätten: Ein Teil von ihnen habe vielmehr eine Ausbildung in einem anderen Betrieb begonnen, hieß es.

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