Entgeltatlas 2020

Trotz Corona: Altenpflegekräfte verzeichnen Gehaltsplus

Die Coronavirus-Pandemie hinterlässt auch in den Gehaltsabrechnungen Spuren – viele Beschäftigte müssen einen Dämpfer hinnehmen, manche sogar ein Minus. Anders die Altenpflege-Fachkräfte.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Altenpflegerinnen und –pfleger verzeichneten in der Coronakrise 2020 laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ein ordentliches Gehaltsplus.

Altenpflegerinnen und –pfleger verzeichneten in der Coronakrise 2020 laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ein ordentliches Gehaltsplus.

© Robert Kneschke / Zoonar / picture alliance

Berlin. Die Coronakrise hat sich negativ auf die Gehaltsentwicklung ausgewirkt – gleichwohl kann die Altenpflegebranche ein ordentliches Gehaltsplus verzeichnen. Das geht aus dem aktuellen Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

Demnach lag das Mediangehalt einer Altenpflegefachkraft in Deutschland im Jahr 2020 bei 3174 Euro im Monat. Das entspricht einem Anstieg um knapp 4,7 Prozent im Vergleich zum Jahr davor.

Besonders gut verdienten Altenpflegeprofis im Süden der Republik. So betrug das Mediangehalt einer Altenpflegefachkraft in Baden-Württemberg 3446 Euro und in Bayern 3329 Euro. Altenpflegefachkräfte in Mecklenburg-Vorpommern kamen auf 2824 Euro und in Sachsen auf 2768 Euro (siehe nachfolgende Grafik).

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Zum permanenten Aktivieren können Sie alle Targeting (3rd party)-Cookies hier aktivieren. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Mediangehalt bei 3174 Euro

Medianentgelte stellen das mittlere Einkommen eines Beschäftigten dar: 50 Prozent der Einkommen liegen jeweils darüber oder darunter. Sie sind nicht gleichzusetzen mit den Durchschnittslöhnen, die eher höher liegen.

Laut BA lag das Mediangehalt aller Beschäftigten in Vollzeit vergangenes Jahr bei 3427 Euro. Gegenüber 2019 stiegen die Löhne und Gehälter damit um 26 Euro – dem geringsten Anstieg seit 2009, wie die BA nach Auswertung von Sozialversicherungsdaten mitteilte. Damals waren die Entgelte wegen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise lediglich um 20 Euro nach oben geklettert.

Laut BA trifft der Gehaltsdämpfer die Branchen recht unterschiedlich: Im verarbeitenden Gewerbe (minus 44 Euro) und im Gastgewerbe (minus 79 Euro) sind die Medianentgelte im Jahresvergleich sogar gesunken. Ein Plus gab es dagegen bei Versicherungsdienstleistungen (plus 111 Euro), im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 80 Euro) sowie Erziehung und Unterricht (plus 77 Euro).

Den „Corona-Effekt“ beziffert die BA auf 69 Euro. Heißt: Ohne Einfluss der Pandemie wären die Entgelte „erfahrungsgemäß“ zusätzlich um diese Summe gestiegen. Der Effekt wird errechnet, indem Medianentgelte vergangener Jahre fortgeschrieben werden.

„Es wurde nicht nur geklatscht“

Private Pflegeanbieter werteten die Zahlen als Beleg, dass die Gehälter in der Altenpflegebranche besser seien als gemeinhin dargestellt und die Beschäftigten im Coronajahr 2020 nicht nur beklatscht worden seien. „Sie haben auch finanziell eine deutliche Anerkennung ihrer wertvollen Arbeit bekommen“, sagte der Präsident des bpa-Arbeitgeberverbands Rainer Brüderle.

Einmal mehr zeige sich auch, dass der Arbeitsmarkt in der Altenpflege ohne politische Regulierung funktioniere, spielte Brüderle auf die zuletzt beschlossene Tarifpflicht in der Altenpflegebranche an. Tariftreueregelungen wirkten angesichts der Tatsache, dass Fachkräfte weiter händeringend gesucht würden, kontraproduktiv, warnte Brüderle. Diese nähmen den privaten Unternehmen die „Luft zum Atmen“ und könnten den Lohnanstieg ausbremsen.

„Ganz ohne Zwangsverpflichtungen“

Die Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Pflege (AGVP), Isabell Halletz, erklärte, binnen eines Jahres seien die Löhne für Altenpflegekräfte um knapp fünf Prozent gestiegen – „so viel wie in keiner anderen Branche und das ganz ohne tarifliche Zwangsverpflichtungen“.

Die Arbeit in der Altenpflege sei finanziell attraktiv, sagte Halletz. Mit der geplanten Personalbemessung werde zudem die gesetzliche Grundlage für mehr Beschäftigte in den Einrichtungen geschaffen.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Claudia Vollbracht, Humanbiologin und medizinische Wissenschaftlerin beim Unternehmen Pascoe

© [M] Privat; Levan / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie Vitamin-C-Infusionen bei COVID-19 helfen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

© Maksim Tkachenko / Getty Images / iStock

SARS-CoV-2 und COVID-19

Das sagt die Wissenschaft: Vitamin C und COVID-19

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Mobiles Impfteam im Einsatz in einem Alten- und Pflegeheim in Baden-Württemberg (Archivbild). Das RKI geht davon aus, dass im Herbst Boosterimpfungen in Altenheimen notwendig sein werden.

© Sebastian Gollnow / picture alliance

SARS-CoV-2

RKI warnt vor erneut schweren Corona-Ausbrüchen in Altenheimen

Pro Tasse Kaffee am Tag sinkt das Arrhythmierisiko Studienergebnissen zufolge um etwa drei Prozent.

© Katie Chizhevskaya / stock.adobe.com

Britische Studie

Kaffee bringt Herz wohl nicht aus dem Tritt