Orales Präparat gegen SARS-CoV-2

Phase-III-Studie: Positive Zwischenergebnisse zu Molnupiravir

Nach positiven Phase-III-Zwischenergebnissen kommt ein orales antivirales Präparat gegen SARS-CoV-2 in Sichtweite. Für den Wirkstoff Molnupiravir soll nun eine Notfallzulassung beantragt werden.

Veröffentlicht:

Washington. MSD und Ridgeback Biotherapeutics haben am Freitag die Ergebnisse der Phase 3 MOVe-OUT-Studie bekanntgegeben. Demnach hat Molnupiravir, ein orales antivirales Prüfpräparat gegen SARS-CoV-2, bei Patienten mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf das Risiko einer Krankenhauseinweisung oder eines Todesfalls um etwa 50 Prozent reduziert. Die Risikoreduktion sei signifikant, melden beide Unternehmen.

7,3 Prozent der Patienten (28/385), die Molnupiravir erhielten, wurden demnach bis Tag 29 nach Einschluss in die Studie hospitalisiert, verglichen mit 14,1 Prozent, der mit Placebo behandelten Patienten (53/377 p = 0,0012). Bis Tag 29 seien bei Patienten, die Molnupiravir erhielten, keine Todesfälle gemeldet worden, im Vergleich zu 8 Todesfällen bei Patienten, die Placebo erhielten.

Rekrutierung für die Studie vorzeitig gestoppt

Auf Empfehlung eines unabhängigen Data Monitoring Committee und in Absprache mit der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) werde die Rekrutierung in die Studie aufgrund dieser positiven Ergebnisse nun vorzeitig gestoppt, heißt es weiter in der Mitteilung. MSD plane, auf der Grundlage dieser Ergebnisse so bald wie möglich einen Antrag auf eine Zulassung für den Notfall (EUA–Emergency Use Authorization) bei der US-amerikanischen FDA zu stellen. Auch bei anderen Aufsichtsbehörden weltweit seien Zulassungsanträge geplant.

Der US-Gesundheitsexperte Anthony Fauci sprach mit Blick auf die Wirksamkeit von „sehr guten Nachrichten“. Der Berater des US-Präsidenten Joe Biden kündigte an, die US-Arzneimittelbehörde FDA werden die „beeindruckenden“ Daten der Studie so schnell wie möglich prüfen, meldet dpa.

USA haben Lieferoption über 1,7 Millionen Dosen

Der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zientz, sagte, die Regierung habe für den Fall einer Zulassung bereits einen Vertrag über die Lieferung von 1,7 Millionen Dosen geschlossen. Zientz sagte, das Medikament könne „ein potenzielles zusätzliches Werkzeug in unserem Werkzeugkasten“ sein, um vor den schlimmsten Folgen einer Coronavirus-Erkrankung zu schützen. Das bei weitem beste Mittel im Kampf gegen die Pandemie seien aber Impfungen.

Wenn zugelassen, wäre Molnupiravir die erste orale antivirale Behandlungsoption gegen COVID-19, heißt es in der Mitteilung von MSD und Ridgeback. „Da das Virus weiterhin stark verbreitet ist und derzeit verfügbare therapeutische Optionen eine Infusion in einer Gesundheitseinrichtung erfordern, sind antivirale Behandlungen, die zu Hause als Tablette eingenommen werden können, von entscheidender Bedeutung“, wird Wendy Holman, Chief Executive Officer von Ridgeback Biotherapeutics, in der Mitteilung zitiert. MSD und Ridgeback haben das Präparat gemeinsam entwickelt. (eb/dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Statistisches Bundesamt

Beschäftigung im Gesundheitswesen nimmt wieder deutlicher zu

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Ein kleiner Stups

Mit Nudging-Interventionen die Grippe-Impfrate steigern

Lesetipps