Direkt zum Inhaltsbereich

Gerichtsverfahren startet am Mittwoch

Prozess um den Medikamentenskandal „Lunapharm“ beginnt

Ein Medienbericht brachte im Sommer 2018 einen Medikamenten-Skandal ins Rollen. Fünf Jahre später beginnt nun der Prozess gegen die Chefin des Pharma-Großhandels „Lunapharm“.

Veröffentlicht:
Das Gebäude der Lunapharm Deutschland GmbH im brandenburgischen Mahlow.

Das Gebäude der Lunapharm Deutschland GmbH im brandenburgischen Mahlow.

© Patrick Pleul / dpa-Zentralbild

Potsdam. Gut fünf Jahre nach dem Auffliegen des Medikamenten-Skandals um den Brandenburger Pharma-Großhändler „Lunapharm“ beginnt am Mittwoch die juristische Aufarbeitung: Vor dem Landgericht Potsdam müssen sich die Geschäftsführerin des Unternehmens und zwei mutmaßliche Mittäter wegen illegalen Handels mit Krebsmedikamenten verantworten. Über den Skandal war die damalige Landesgesundheitsministerin Diana Golze (Linke) gestürzt.

Laut Anklage soll die Geschäftsführerin zwischen Mai und Juni 2017 Medikamente über eine Apotheke in Griechenland bezogen und in Deutschland vertrieben haben, obwohl diese Apotheke keine Großhandelserlaubnis hatte. Nachdem dieser Handel behördlich verboten wurde, seien bis Juli 2018 weitere Lieferungen über Rechnungen eines Großhändlers aus Zypern verschleiert worden. Dann hatte ein Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ den Skandal öffentlich gemacht.

Lesen sie auch

Vorwurf: Gewerbsmäßiger Handel mit falschen Medikamenten

Wegen der falschen Angaben zu den Vertriebswegen wertet die Anklage dies als gewerbsmäßigen Handel mit gefälschten Medikamenten, auch wenn diese nicht für Patienten gefährlich oder wirkungslos waren. Laut Anklage soll die Geschäftsführerin die Arzneimittel teilweise mit anderer Verpackung und Kennzeichnung an andere Großhändler oder Apotheken weiterverkauft haben. Damit seien Einnahmen von insgesamt 1,1 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden bei „Lunapharm“ und anderen Beteiligten Vermögenswerte in Höhe von rund 890.000 Euro vorläufig gesichert.

Im weiteren Verlauf hatte das Landesgesundheitsamt „Lunapharm“ Anfang 2019 die Herstellung von Medikamenten und den Handel verboten. Landesgesundheitsministerin Diana Golze (Linke) musste allerdings bereits im August 2018 zurücktreten, weil das Landesgesundheitsamt angeblich trotz frühzeitiger Hinweise auf einen illegalen Handel nicht eingeschritten sein soll.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage bereits im Oktober 2019 erhoben. Gerichtssprecher Sebastian Hentschke begründete den späten Beginn des Prozesses mit dem „sehr komplexen Verfahren“. Für den Prozess sind zunächst 20 Verhandlungstage bis zum 6. März anberaumt. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufsobergericht für Heilberufe Berlin

Urteil: Kein Maulkorb für Ärzte wegen Äußerungen zu COVID-Pandemie

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

© LASZLO / stock.adobe.com

Neu diagnostiziertes Multiples Myelom

Langfristig überlegen: Kombinationen mit Daratumumab in der Erstlinie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, a Johnson & Johnson company, Neuss
Abb.  1: Indikationsübergreifendens Therapie-Monitoring in den ersten Behandlungszyklen mit Ribociclib beim HR+/HER2- Brustkrebs

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1]

Früher und metastasierter HR+/HER2- Brustkrebs

Einfach und konsistent: indikationsübergreifendes Therapie-Management mit Ribociclib

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Konzepte gegen Ärzte- und Nachfolgermangel

Mit dem Blockpraktikum Lust auf den Landarztberuf machen

Lesetipps
Die Sonne verschwindet hinter einer Mohnblüte in den dunklen Wolken

© Thomas Warnack/dpa

Aktuelle Daten

RKI: Fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr

Impfheft

© Bildagentur-online / Ohde / picture alliance

Deutsche Studie

Wenn Atemwegsinfektionen aufs Herz gehen – was tun?