50. Jubiläum

Rhön-Klinikum AG: Vom Pionier im Krankenhaussektor zu einem Teil von Asklepios

Vor 50 Jahren wurde die Rhön-Klinikum AG gegründet und war damit einer der Pioniere unter den Klinikketten. Nach einer langen Phase der Expansion ist Rhön nun Teil von Asklepios. Der Festakt zum Jubiläum wurde mit viel Prominenz begangen.

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Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (Mitte) mit Firmengründer Eugen Münch (7.v.l.) zu Gast beim Festakt 50 Jahre RHÖN-KLINIKUM AG in Bad Neustadt.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (Mitte) mit Firmengründer Eugen Münch (7.v.l.) zu Gast beim Festakt 50 Jahre RHÖN-KLINIKUM AG in Bad Neustadt.

© RHÖN-KLINIKUM AG

Bad Neustadt a.d. Saale. Die Rhön-Klinikum AG blickt auf 50 Jahre Firmengeschichte zurück. 1973 mit 66 Mitarbeitenden gestartet, sei das Unternehmen heute einer der größten deutschen Gesundheitsdienstleister, heißt es in einer Mitteilung.

Beim Festakt zum Jubiläum am Samstag auf dem Campus Bad Neustadt erinnerten die Festredner daran, dass Rhön-Klinikum 1989 die erste deutsche Klinikkette gewesen sei, die an die Börse gegangen sei.

2006 sei dann die Übernahme und Integration des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) als erstes und einziges Universitätsklinikum Deutschlands ins Unternehmen erfolgt. Das UKGM sei heute das drittgrößte deutsche Uniklinikum – die Privatisierung ist bis heute politisch umstritten. Die unmittelbare Anbindung an die universitäre Maximalversorgung und der Zugang zu hochschulmedizinischen Forschungsergebnissen ermögliche es, modernste wissenschaftliche Erkenntnisse schnell und gezielt in die Patientenversorgung der eigenen Kliniken einzuführen und in die Fläche zu tragen, kommentiert das Unternehmen die Übernahme in der Mitteilung.

Keimzelle war eine sanierungsbedürftige Kurklinik

Unter anderem nahmen die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Judith Gerlach (CSU), Unternehmensgründer und Gesellschafter der Rhön-Klinikum AG Eugen Münch, sowie Dr. Bernard große Broermann, Gründer und Alleingesellschafter der Asklepios Kliniken und Mehrheitseigner bei den Rhön-Kliniken, am Festakt teil.

Keimzelle sei 1973 die sanierungsbedürftige Kurklinik in Bad Neustadt an der Saale gewesen, erinnerte Professor Tobias Kaltenbach, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG, bei der Veranstaltung. Das Krankenhaus sei damals unter Gründer Eugen Münch saniert und unter neuem Namen zugleich neu ausgerichtet worden. „Die spätere Gründung eines herzchirurgischen Zentrums in Bad Neustadt war Anfang der 1980er Jahre eine Revolution. Viele Kliniken in Ballungszentren scheuten das Risiko, ihnen fehlten Mut und Mittel. Wenn heute über die Zentralisierung der Krankenhausversorgung diskutiert wird, sollte man das im Blick behalten und die Innovationskraft der ländlichen Regionen nicht unterschätzen“, wird Kaltenbach in der Mitteilung zitiert.

Ministerin Gerlach betonte den Beitrag Bayerns, um die stationäre Versorgung zukunftssicher aufzustellen – auch im ländlichen Raum. Allein in den vergangenen zehn Jahren hätten Freistaat und Kommunen gemeinsam über fünf Milliarden Euro für investive Maßnahmen an Krankenhäusern bereitgestellt. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir den Förderetat weiter erhöhen und haben dazu im Koalitionsvertrag das Ziel der jährlichen Krankenhausmilliarde verankert.“

Expansion endete 2013

Bis 2013 sei das Unternehmen dann expandiert, am Ende hätten 54 Kliniken an 43 Standorten mit rund 43.000 Mitarbeitenden zum Konzern gehört, wird in der Pressemitteilung des Unternehmens weiter erinnert. Dann sei eine radikale Neuausrichtung mit der Abspaltung von zwei Dritteln der Einrichtungen erfolgt. Fünf große Klinikstandorte verblieben damit im Konzern, der seit 2020 als eigenständiges Unternehmen mehrheitlich zur Asklepios Kliniken GmbH & Co. KGaA gehört.

Aktuell gehören deutschlandweit fünf Kliniken der Maximal- und Schwerpunktversorgung dem Unternehmen an: die Klinik am Campus Bad Neustadt, die Zentralklinik Bad Berka, das Klinikum Frankfurt (Oder) sowie die Universitätskliniken Gießen und Marburg. Alle Kliniken stünden als akademische Lehrkrankenhäuser im engen Austausch mit Forschungseinrichtungen. Über 855.000 Patienten werden jährlich den Angaben zufolge in den Kliniken und medizinischen Versorgungszentren des Konzerns stationär und ambulant behandelt. (ger)

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