Der konkrete Fall

Richtig versichert auf Karibik-Kreuzfahrt

Auf Reisen mit einem Kreuzfahrtschiff lässt sich viel erleben. Deshalb sollte der Auslandsreisekrankenschutz etwa bei Landgängen nicht fehlen.

Veröffentlicht:

Frage: Ich reise mit meiner Frau zu einer Kreuzfahrt in die Karibik. Mein Versicherungsvertreter sagt, dass bei einer Erkrankung ihre gesetzliche Krankenversicherung nicht greift. Braucht sie in jedem Fall eine Auslandsreisekrankenversicherung?

Antwort: Hier muss differenziert werden. Zuerst einmal ist es richtig, dass gesetzlich Versicherte ihre Kasse nur dann für Behandlungen auf Urlaubsreisen heranziehen können, wenn mit dem betreffenden Land ein Sozialversicherungsabkommen besteht. Weil mit Haiti oder der Dominikanischen Republik kein solches Abkommen existiert, wäre Ihre Frau nicht über die gesetzliche Krankenkasse versichert, wenn sie bei einem Landgang krank würde und behandelt werden müsste.

Anders sieht es aus, wenn sie auf dem Kreuzfahrtschiff Fieber bekommt und vom Schiffsarzt behandelt wird. Hier ist entscheidend, unter welchen Flagge das Schiff kreuzt, sagt Axel Wunsch von der Barmer GEK. "Bei einem deutschen Schiff - allerdings ist uns hier einzig die MS-Deutschland bekannt - behandeln wir das wie deutsches Staatsgebiet."

Fährt das Kreuzfahrtschiff unter der Flagge eines der Länder, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen hat, hat ein Patient grundsätzlich Anspruch auf dieselben Leistungen wie ein Bürger des Landes - das gilt inzwischen für den gesamten EU-Raum und einige Länder mehr.

Ihre Frau sollte sich in jedem Fall überlegen, für die Reise zusätzlich einen Auslandsreisekrankenschutz abzuschließen. Nicht nur, weil sie dann auch bei Landgängen abgesichert ist. Die Police kommt unter bestimmten Umständen auch für den krankheitsbedingten Rücktransport nach Deutschland auf. Die Kasse übernimmt das in keinem Fall. (tau)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Private Krankenversicherer

Hallesche führt die elektronische Patientenakte ein

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird