MedTech

Russlands Investitionsbedarf lässt hoffen

In Russlands Gesundheitswesen muss mittelfristig viel investiert werden - eine Chance für deutsche Medizintechnikanbieter.

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MOSKAU. Ungeachtet der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Widrigkeiten bietet der russische Markt für deutsche Medizintechnikunternehmen auch mittel- und langfristig noch großes Potenzial, prognostiziert die deutsche Außenhandelsagentur Germany Trade & Invest (gtai).

Trotz des hohen Austausch- und Modernisierungsbedarfs sinke zwar das Marktvolumen für Medizintechnik in Russland. So führten Haushaltsprobleme bereits 2014 und 2015 zur Kürzungen der Gesundheitsausgaben auf allen Verwaltungsebenen.

Die Minderbeschaffungen gingen laut gtai vorrangig zulasten der Importe. Der Markt für Medizintechnik schrumpfe 2015 um bis zu zehn Prozent im Wert. Die Importe, darunter aus Deutschland, sänken noch schneller.

Vor 2018 sei nicht mit einer spürbaren Konjunkturbesserung zu rechnen. Vorsichtiger Optimismus gehe indes vom kleinen, aber stetig wachsenden Privatsektor für medizinische Dienstleistungen aus.

14 Milliarden Euro für Reparaturarbeiten

Das russische Gesundheitswesen benötige umgerechnet mehr als 14 Milliarden Euro allein für Reparaturarbeiten an Gebäuden und zur Beschaffung von Medizintechnik. Mit dieser Zahl wartete, so die Außenhandelsagentur der stellvertretende Gesundheitsminister Sergej Krajewoj Anfang Oktober 2015 auf.

Mit einer spürbaren Erholung der öffentlichen Gesundheitsausgaben in Russland rechnen Experten nicht vor 2018. Aufgefangen würden die staatlichen Ausgabenkürzungen - zumindest teilweise - durch die Zulassung und inzwischen sogar Förderung privater Initiativen in der Gesundheitsfürsorge.

Im Zeitraum 2017/2018 ende jedoch die höchstzulässige Betriebsdauer vieler Hochtechnologiegeräte, die in den Jahren verstärkter Investitionen in die Medizintechnik von 2011 bis 2013 angeschafft worden seien.

Daher entstehe dann ein erheblicher Reparatur- und Austauschbedarf. Dieser Sachverhalt biete Herstellern von Medizintechnik Anlass zur Hoffnung.

Das Gesundheitsministerium erhofft sich laut gtai zudem rund 3,6 Milliarden Euro schwere Investitionen von privaten Unternehmen, die Aufgaben der öffentlichen Gesundheitsversorgung im Rahmen von Konzessionen übernehmen können.

Keine unnötige Konkurrenz

Dabei komme es nach den Worten des stellvertretenden Gesundheitsministers nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität der Gesundheitsdienstleistungen an.

Durch private Initiative solle keine unnötige Konkurrenz zwischen bestehenden Einrichtungen geschaffen, sondern das Niveau der Gesundheitsfürsorge in den russischen Regionen erhöht werden. Die regulative Grundlage bilde das 2005 verabschiedete und 2015 reformierte Gesetz über Konzessionen.

Aktuell seien 25 Konzessionsverträge auf regionaler Basis und 15 Vereinbarungen im Rahmen öffentlich-privater Vorhaben geschlossen worden. Hierbei rechneten private Einrichtungen ihre Dienstleistungen mit der gesetzlichen Krankenpflichtversicherung OMS ab. (maw)

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