Krankenkassen

Skurrile Prävention: Luxusauto oder Kippe?

In der Rauchprävention muss es nicht immer um totale Abschreckung gehen. Die Techniker Krankenkasse geht mit dem Projektauto "#Cicarette" einen neuen Weg: den der Faszination.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Hingucker bei den Hamburger Autotagen: „#Cicarette“, gebaut aus 40000 Zigaretten.

Hingucker bei den Hamburger Autotagen: „#Cicarette“, gebaut aus 40000 Zigaretten.

© Techniker Krankenkasse

HAMBURG. Ein Raucher gibt laut Techniker Krankenkasse (TK) in 40 Jahren durchschnittlich 170.000 Euro für Zigaretten aus – und damit in etwa so viel wie für die Anschaffung eines Luxusautos. Warum nicht das eine mit dem anderen verbinden – für die Prävention? Gedacht, getan, hat sich die TK mit der Werbeagentur Jung von Matt/Saga zusammengesetzt. Herausgekommen ist "#Cicarette" – ein immobiles Automobil auf Zigarettenbasis.

"Als Krankenkasse sind wir nicht nur dazu da, Menschen zu unterstützen, die krank sind. Wir wollen ihnen auch dabei helfen, gesund zu bleiben. Und genau das schaffen wir mit diesem Auto, das nicht fährt und Menschen trotzdem zutiefst bewegt", verdeutlicht Niels Möllgaard, Leiter Markenkommunikation der TK. In mehrmonatiger Detailarbeit sei das Modell des Luxussportwagens im Maßstab 1:1 aus 40.000 Zigaretten gefertigt worden und soll künftig zu Gast auf Automessen in Deutschland sein. Premiere hatte "#Cicarette" vor Kurzem bei den Autotagen Hamburg.

Wie TK-Pressesprecher Daniel Burgstaler auf Nachfrage der "Ärzte Zeitung" sagt, gehe es bei #Cicarette "nicht in erster Linie um Sichtbarkeit auf Automessen. Vielmehr soll der Sportwagen Aufmerksamkeit insbesondere in den Sozialen Medien schaffen und dort die Botschaft gegen das Rauchen transportieren – und zum Beispiel hinführen zu dem digitalen Nichtraucher-Coach der TK." Burgstaler betont, dass die TK verantwortungsvoll mit den Mitgliedergeldern umgehe. So habe sie rund 8000 Euro für die 40.000 verbauten Zigaretten bezahlt, da sie dabei die günstigsten Discounter-Kippen genommen habe.

Wie Dörte Spengler-Ahrens, Managing Director Creation bei Jung von Matt/Saga resümiert, schrecken Schockbilder vorm Rauchen nicht genug ab. "Jeder weiß, wie ungesund das Rauchen ist. Doch die Seh-Routinen der immer gleichen Schockbilder schrecken nicht genug ab. Mit dem Argument, wie teuer Rauchen ist und wie viel Geld dabei buchstäblich verbrennt, wollen wir zum Nachdenken anregen", so Spengler-Ahrens zur Intention von "#Cicarette".

Mehr zum Thema

Unterschiedliche Fachinformationen

Oftmals abweichende Gegenanzeige trotz wirkstoffgleicher Arzneimittel

Lange Wartezeiten kritisiert

Ersatzkassen fordern mehr Sprechstundenzeiten in Facharztpraxen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Mann geht auf der Theresienwiese an einem Plakat der Aufschrift "Impfen" vorbei.

© Sven Hoppe/dpa

Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Länder attackieren Impfpflicht im Gesundheitswesen

Die Prognose von intensivpflichtigen COVID-Patienten mit neurologischen Komplikationen ist ungünstig.

© patrikslezak / stock.adobe.com

PANDEMIC-Studie

Neurologische Komplikationen häufig Grund für COVID-Tod