Diabetesversorgung

Sprachbarrieren überwinden mit Telemedizin

Ein telemedizinisches Angebot des DITG will die Versorgung von Diabetespatienten mit Migrationshintergrund verbessern.

Veröffentlicht: 09.07.2019, 07:31 Uhr

DÜSSELDORF. Diabetes-Patienten mit Migrationshintergrund besser und zuverlässiger versorgen: Das will ein neues Telemed-Projekt des Westdeutschen Diabetes-und Gesundheitszentrums (WDGZ) in Düsseldorf leisten. Partner sind das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) und der Pharmahersteller Lilly Deutschland.

Ab sofort wollen die Beteiligten in einer klinischen Studie ein telemedizinisches Insulin-Management-System testen. „Die Diabetesversorgung für Menschen mit Migrationshintergrund ist heute nicht adäquat sichergestellt“, so Professor Stephan Martin, ärztlicher Direktor des WDGZ.

Kulturelle und sprachliche Barrieren führten dazu, dass die rund 600.000 betroffenen Patienten in Deutschland häufig nur über beauftragte Pflegedienste eine Insulintherapie bekommen, erläutert Martin. „Wir wollen zeigen, dass diese Patientengruppe mit Telemedizin deutlich besser erreicht werden kann.“ Für das Projekt stellt das DITG das telemedizinische Webportal, eine App sowie bluetoothfähige Smartphones und Insulinpens. Das WDGZ soll die Studie durchführen, Lilly finanziert die Studie.

Der Patient misst seinen aktuellen Blutzucker, d mit einem Messgeräter Wert wird automatisch an das Smartphone übertragen und in der App angezeigt. Der Patient macht in der App außerdem Angaben zu seiner Mahlzeit, sodass in Kombination mit dem Blutzuckerwert der Insulinwert ermittelt werden kann. Im Display erscheint dann eine Empfehlung der zu injizierenden Insulinmenge.

 Die Daten werden an das Webportal übertragen und in einer elektronischen Patientenakte gespeichert. An der klinischen Studie nehmen testweise zunächst zehn Typ2-Diabetiker ohne Migrationshintergrund teil. Damit wollen die Studienleiter prüfen, ob die vorgesehenen Anwendungen grundsätzlich prinzipiell verständlich sind. Im Anschluss daran sollen zehn Patienten des WDGZ mit türkischem Migrationshintergrund in das Verfahren eingewiesen werden. (acg)

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