Sanofi

Standort Höchst brummt

Sanofis Produktionsstandort Frankfurt Höchst stellt sich auch für die Zeit nach dem Patentablauf des Blockbusters Lantus® auf Wachstum ein.

Christoph WinnatVon Christoph Winnat Veröffentlicht:

HÖCHST. Den Welt-Diabetes-Tag am 14. November nahm Sanofi-Aventis Deutschland zum Anlass, an seinem Traditionsstandort für Insulinfertigung dessen jüngste Erfolgsgeschichte zu feiern.

Seit Beginn der Produktion von Insulin-Pens vor sechs Jahren liefen bis heute eine Milliarde dieser Applikationshilfen des Typs SoloStar® vom Band.

Die bei Baubeginn der Anlage 2006 veranschlagte Kapazität von einer Millionen Pens täglich sei damals sehr ambitioniert gewesen, werde inzwischen aber weit übertroffen, berichtete Dr. Martin Siewert, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Sanofi-Aventis Deutschland in Höchst.

Was vor allem den starken Verkaufszahlen des rekombinanten Insulinanalogons Lantus® (Insulin glargin) zu verdanken ist.

Zweistellige Zuwachsraten

Sanofis Hauptprodukt konnte in den zurückliegenden Jahren stetig zweistellige Zuwachsraten verbuchen. 2012 kratzten die Verkäufe an der Fünf-Milliarden-Euro-Marke.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden mit dem Langzeitinsulin schon 4,2 Milliarden Euro erlöst (+20 Prozent zu konstanten Wechselkursen).

Selbst wenn Lantus® in absehbarer Zeit den Patentschutz verliert, rechnet Siewert nicht mit einem Rückgang der Marktanteile, sondern im Gegenteil mit "weiterhin deutlich wachsendem Bedarf".

Das sei einesteils der anziehenden Nachfrage in Schwellenländern wie China, Indien oder Lateinamerika geschuldet, andererseits der hohen Akzeptanz bei den Patienten, womit es Glargin-Biosimilars schwer haben werden, ist Pierre Chancel überzeugt.

Der Leiter der globalen Diabetes Division kündigte an, dass Lantus® 2015 die Marktexklusivität verliert - im Februar in den USA, im Mai in Europa.

Auf den neuesten Stand der Technik

Zudem dürfte die Anlagenauslastung im Industriepark Höchst auch durch neue Insuline gesichert sein. Dazu zählten einmal eine neue Formulierung von Insulin glargin, die aktuell unter dem Arbeitsnamen U300 noch in Phase III geprüft wird.

Noch Ende dieses Jahres sollen sämtliche zulassungsrelevanten Daten vorliegen und im Laufe des kommenden Jahres die Dossiers bei den Behörden eingereicht werden, so Chancel.

Ein zweiter Produktkandidat ist eine Fix-Kombination von Insulin glargin und dem GLP-1-Agonisten Lixisenatid (Lyxumia®). Dieses Entwicklungsprojekt - voraussichtliches Warenzeichen ist laut Pierre Chancel "Lixilan" - werde 2014 in Phase III gehen.

Ein weiterer Pluspunkt, mit dem der Standort Höchst aufwarten kann: Für 60 Millionen Euro wurde dort erst kürzlich die Sterilfertigung auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Künftig laufen die Mitarbeiter nicht mehr in Schutzkleidung durch den Betrieb.

Stattdessen wurden die Abfüllanlagen isoliert und nun mittels Greifarmen bedient. Damit komme man den stetig steigenden regulatorischen Anforderungen an die Herstellung zuvor, sagte Deutschlandchef Siewert, und sichere auf lange Sicht die Lieferfähigkeit.

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