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Studenten übersetzen "Fachchinesisch" der Ärzte

Oft hapert es in der Kommunikation zwischen Patient und Arzt - vor allem, wenn der Arzt seine Diagnose in reiner Fachsprache übermittelt. Beim Projekt "Was hab ich?" übersetzen Medizinstudenten. Gründer Ansgar Jonietz erklärt im Video die Idee.

Veröffentlicht:

LEIPZIG. Prominenter Besuch für "Was hab ich?": Das junge Unternehmen hat nun Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) empfangen. Denn er will die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten verbessern, wie er während seiner Sommerreise deutlich machte: Zwischen neun und 15 Milliarden Euro gingen schätzungsweise jährlich verloren, weil die Kommunikation zwischen beiden Seiten nicht ausreichend funktioniere.

19.08.2016 Video
© Springer Medizin

Ein Team Medizinstudenten um Ansgar Jonitz hatte vor gut fünf Jahren eine Idee, die genau dieses Problem angehen sollte: Auf ihrer Plattform "washabich.de" können sich Patienten mit ihrem ärztlichen Befund melden und bekommen kostenlos eine "Übersetzung" der ärztlichen Aufzeichnungen in eine verständliche Sprache. Mit seinem Arzt "auf Augenhöhe kommunizieren", ist das Motto des gemeinnützigen Start-ups. Inzwischen seien 28 000 Befunde übersetzt worden, erläuterte Gründer Geschäftsführer Jonietz.

"Jetzt weiß ich endlich, was ich meinen Arzt fragen kann", "jetzt passe ich mehr auf, was ich esse" oder "jetzt nehme ich meine Tabletten regelmäßig", seien Reaktionen der Patienten gewesen, die eine "Übersetzung" ihrer Befunde in einer patientenfreundlichen Sprache bekommen hätten, berichtete Jonietz.

Auch die Reaktionen der Ärzte seien grundsätzlich positiv. Seit kurzem bietet das Start-up auch für Entlassbriefe aus dem Krankenhaus eine "Übersetzung" an: Entlassbriefe für Patienten, nicht nur für Ärzte.

Inzwischen gibt das Sozialunternehmen auch "Kommunikationskurse für die Ärzte von morgen". Zudem denken sie darüber nach, solche Übersetzungshilfen auch in anderen Sprachen anzubieten, etwa in Türkisch. Als Übersetzer kommen Fachleute auf freiwilliger Basis in Frage: Medizinstudenten ab dem 8. Fachsemester, praktizierende Ärzte und Ärzte im Ruhestand. Die "Übersetzungen" seien zwar kostenlos, Spenden aber willkommen, sagt Jonietz. (jk/dpa)

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Kommentare
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Cordula Molz

Hilfreich

Alles, was dazu hilft, dass ein Patient weiß, was er hat und was er selbst zu seiner Gesundung beitragen kann, ist gut. Patient hat ein Recht, seine Unterlagen einzusehen und zu verstehen. Möglichst etwas schriftliches zu bekommen, der Inhalt eines intensiven 5-Minuten Gespräches ist oft nicht nur schwer verständlich sondern kann kaum komplett erinnert werden. Bilder müssen natürlich vom Arzt erläutert werden.
Höchste Priorität hat, dass der Patient versteht. Ignoranz führt zu fehlender Compliance. Hilft keinem.

Wolfgang P. Bayerl

Übersetzung in eine andere Sprache JA, noch mal in Deutsch NEIN

Die sollten mal erst zuende studieren!
Mein Brief (Facharzt) geht an den Hausarzt
und wenn ein Bildchen dadrin ist, was ich liebe,
dann erkläre ich das dem Patient lieber selbst, auch der Hausarzt kann das besser.
Das "Fachchinesisch" verbitte ich mir.

Wolfgang P. Bayerl

Übersetzung in eine andere Sprache JA, noch mal in Deutsch NEIN

Die sollten mal erst zuende studieren!
Mein Brief (Facharzt) geht an den Hausarzt
und wenn ein Bildchen dadrin ist, was ich liebe,
dann erkläre ich das dem Patient lieber selbst, auch der Hausarzt kann das besser.
Das "Fachchinesisch" verbitte ich mir.


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