Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum Telefon-Urteil

Telemedizin der anderen Art

Martin WortmannVon Martin Wortmann Veröffentlicht:

Da bekommt das Wort Telemedizin plötzlich eine ganz neue Bedeutung: Während der narkotisierte Patient mit offener Wunde auf dem OP-Tisch liegt, telefoniert der Arzt - privat, mit seiner Frau zum Beispiel.

Natürlich geht es, wie zu vermuten ist, um wichtige Dinge, um die Kinder etwa oder um die Fliesenleger im eigenen Haus. Dabei nutzt der Arzt sein privates Handy, trotz eines von der Klinikleitung verhängten Handyverbots.

Was nach einer billigen Arztserie im Vorabendfernsehen klingt, war Realität in einer Klinik in Rheinland-Pfalz. Minutenlang, täglich. Das OP-Team wartet, der Patient wartet, er merkt es nur nicht.

Nun gut, ein Pflichtverstoß, sagt dazu nun das Bundesarbeitsgericht (BAG). Eine Kündigung allerdings hält es für überzogen, eine Abmahnung reiche aus.

Abmahnung? Das ist ein Schuss vor den Bug, eine Warnung, ein Hinweis auf Fehlverhalten, das erst bei Wiederholung zur Kündigung führen kann. Doch es war kein 16-Jähriger, der hier einen auf cool gemacht hat; der Mann war Chefarzt.

Er sollte gewusst haben, was er da tut. Hirn aus, Handy an - solch einem Arzt will und darf kein Patient ausgeliefert sein. Das richterliche Verständnis kann nur auf Unverständnis stoßen.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Urteil: Kein Nachspiel für OP-Telefonat

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Urteil

Kostenfreie ärztliche Beratung als „verbotene Zuwendung“

Das könnte Sie auch interessieren
Logo Digiteneers - Vertidisan

© Digitineers

Digitineers

Bei Schwindel – Vertidisan®: Die Therapie-App

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Logo Cardisio

© Doctolib

Doctolib

Mehr Service: KI-Assistenz rund um die Privatbehandlung

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Lesetipps
Sklerenikterus bei einem älteren Patienten

© Dr. P. Marazzi / Science Photo Library

Meist Adenokarzinome

Tipps zur Früherkennung: Warnzeichen für Pankreaskrebs erkennen

Symbolbild eines Darms mit einer Lupe

© kirania / Generated with AI / Stock.adobe.com

Wandel der postoperativen Therapie

Morbus Crohn: Biologika senken das Rezidivrisiko nach Darmresektion

Sicht eines Patienten mit AMD: Das zentrale Sehen ist stark eingeschränkt durch einen dunklen Fleck.

© Tunatura - stock.adobe.com

AMD-Prävention

Altersabhängige Makuladegeneration: Leitlinie gibt Empfehlungen zum Screening