E-Health

Telemedizin – die 5-Milliarden-Euro-Frage?

Deutschland hinkt bei der telemedizinisch gestützten Versorgung im europäischen Vergleich weit hinterher. Bedarf es bei der Aufholjagd privater Systempartnerschaften von Versorgern und Unternehmen?

Veröffentlicht: 19.03.2020, 10:33 Uhr

München/Berlin. Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung weltweit führender Standort für Forschung und Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) – auch im E-Health-Kontext – werden. Zumindest ist dieser Anspruch in der nationalen KI-Strategie verankert. Wie jüngere Erhebungen ergaben, trägt Deutschland zum Beispiel in puncto elektronischer Patientenakte (ePA) aber schon in Europa eher die Rote Laterne statt sich im Spitzenfeld zu bewegen.

Für eine digitale Transformation im deutschen Gesundheitswesen - hier werden nur Remote-Zugang und Kommunikationsplattformen berücksichtigt – schätzt der unter anderem auf den Healthcare-Sektor spezialisierte Finanzdienstleister Siemens Financial Service die Investitionskosten der beteiligten Player für die flächendeckende Telemedizin-Infrastruktur für die nächsten fünf Jahre „vorsichtig“ auf etwas mehr als fünf Milliarden Euro, wie aus einer jetzt veröffentlichten Analyse hervorgeht. Eine Summe jenseits realistischer, traditioneller Finanzierungsszenarien, wie das Unternehmen postuliert.

Deshalb seien – eine nicht ganz uneigennützige Aussage – Systempartnerschaften mit privaten Anbietern eine Alternative, um die Investitionen zu stemmen.

Zunehmende Zahl chronisch-kranker Patienten

Wie es weiter heißt, kämen telemedizinischen Anwendungen angesichts der zunehmenden Zahl chronisch-kranker Menschen mit zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine große Bedeutung für eine moderne und kostensparende Versorgung aus der Ferne zu.

„Die Telemedizintechnologie kann selbstverständlich auch zum Wissensaustausch zwischen Klinikärzten eingesetzt werden und digitale Verbindungen zu Einrichtungen für Scanning, Diagnostikzentren, Abteilungen zur Auswertung von Bildern und mehr bieten“, heißt es.

Dies könne zu schnelleren und genaueren Diagnosen sowie Behandlungen für die Patienten führen, wirbt der Finanzdienstleister für mehr Engagement in puncto Telemedizin in Deutschland. (maw)

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