Universitätsmedizin Mainz

Telemedizin in der Nachsorge entlastet

Der Einsatz digitaler Technik bei der Nachsorge kinderchirurgisch behandelter Kinder lohnt sich, belegt eine Studie der Uni Mainz.

Veröffentlicht: 06.12.2018, 08:31 Uhr

MAINZ. Telemedizin ist eine gute Alternative zum direkten, unmittelbaren Patientenkontakt. Das haben Forschungen der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz ergeben.

Die Ergebnisse der ersten, in Deutschland zu diesem Thema publizierten Studie belegen, dass eine telemedizinische Beratung und Betreuung zu kinderchirurgischen Problemen mit sehr guten Ergebnissen bewerkstelligt werden kann – und zwar für das gesamte kinderchirurgische Behandlungsspektrum. Das teilt die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz per Pressemitteilung mit.

Die Qualität der klinischen Datenübertragung sei dabei so gut, dass die behandelnden Ärzte vielfach ohne Abstriche ihre Diagnostik durchführen und ihre jungen Patienten sicher versorgen könnten. Somit biete die telemedizinische Nachsorge nach dem Krankenhausaufenthalt eine kostengünstige und zeitsparende Alternative für Patienten und Personal der Kinderchirurgie. Die Studienergebnisse seien jüngst im Journal of Pediatric Surgery veröffentlicht worden.

Für ihre randomisierte Studie arbeiteten Professor Oliver Muensterer, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz und sein Team mit zwei gleichgroßen Gruppen von Patienten, die vorher in der Kinderchirurgie zur Behandlung waren. Eine Gruppe wurde telemedizinisch betreut. Dafür kam die Videotelefonie mit dem Patienten zu Hause und dem behandelnden Arzt in der Klinik zum Einsatz. Die Vergleichsgruppe war für die Nachsorge vor Ort in der Ambulanz der Kinderchirurgie der Universitätsmedizin Mainz physisch anwesend.

Hierbei habe sich gezeigt, dass die Telemedizin als eine Art von neuer medizinischer Versorgungsform den etablierten Versorgungsformen „vielfach nicht unterlegen“ sei. Ein Grund dafür sei unter anderem, dass auch in der Videokommunikation ein direkter Augenkontakt zwischen Arzt und Patient möglich sei.

Der Vorteil für alle Beteiligten: Telemedizin ist zeit- und ressourcensparend sowie ortsunabhängig. Auch große Distanzen lassen sich ohne Anreise und Wartezeit schnell und einfach überwinden. Bei wesentlich geringerem Zeitaufwand für die Nachsorge, minimieren sich bei den Patienten und ihren Eltern organisatorische und finanzielle Aspekte wie beispielsweise Reisekosten, Freistellung von der Arbeit/Schule oder auch Verdienstausfall. Wie die Studie zeigte, bewertete die telemedizinisch betreute Gruppe die Qualität der Nachsorge deutlich höher als die in der Klinik präsente und dort versorgte Vergleichsgruppe.

Die in der Studie gewonnenen Erkenntnisse will das Forscherteam der Klinik für Kinderchirurgie zukünftig auch für weitere Studien nutzen, etwa für das Krankheitsbild der Ösophagusatresie , teilt die Universitätsmedizin Mainz weiter mit.

Im Rahmen dieser speziellen Studie sollen demnach deutschlandweit Kinder, die von dieser seltenen Erkrankung betroffen sind, bereits vor der Geburt und dann in den ersten Lebensjahren telemedizinisch durch ein Team aus deutschen und internationalen Experten sowie lokal versorgenden Ärzten begleitet und beraten werden. (ato)

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