Telemonitoring und Notrufsysteme verhindern Heimaufenthalte

BERLIN (gvg). Der Verband der Elektrotechnik (VDE) hat Politik und Sozialkassen aufgefordert, sich verstärkt mit dem Thema zu beschäftigen, wie alte Menschen mit Hilfe moderner Informationstechnik möglichst lange zu Hause leben können.

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"Ambient Assisted Living" (AAL) nennen Experten den Einsatz von Informationstechnik im häuslichen Umfeld mit dem Ziel, alten oder behinderten Menschen den Alltag so weit zu erleichtern, dass kein Heimaufenthalt nötig ist. Dabei geht es um das Telemonitoring - die Fernüberwachung bei chronischen Erkrankungen -, aber auch um elektronische Notrufsysteme, um die zentrale Steuerung der Haustechnik per Fernbedienung und ähnliche Dinge.

Der Verband der Elektrotechnik hat jetzt ein Positionspapier zur Einführung von AAL vorgelegt. Darin schlägt er Steuererleichterungen oder andere finanzielle Anreizsysteme vor, um die Ausstattung von Immobilien mit der nötigen technischen Infrastruktur - im wesentlichen eine Art "Hausnetzwerk" - für Hausbesitzer oder Baukonzerne attraktiv zu machen. "Was wir auch dringend brauchen, sind von Kranken- und Pflegekassen unterstützte Studien, die den finanziellen Nutzen von AAL-Projekten zeigen", betonte Dieter Czogalla, Leiter des Sozialwerks St. Georg und Mit-Autor des Positionspapiers.

Dass AAL zu Einsparungen führen könne, daran ließ Czogalla keinen Zweifel: "Wenn Sie überlegen, dass Heimaufenthalte monatlich 3000 bis 3500 Euro kosten, dann sehen Sie das enorme Einsparpotenzial", sagte er.

Die Industrie sieht AAL eher unter kommerziellen Aspekten: "Wir erwarten erhebliche Wachstumsraten in den kommenden Jahren", sagte VDE-Sprecherin Melanie Mora. Das geht auch aus einer Umfrage während des ersten deutschen AAL-Kongresses in Berlin hervor. Die Fachleute erwarten, dass die AAL-Technik etwa ab 2015 in Deutschland zu einem Massenmarkt werden wird.

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