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Schleswig-Holstein

UKSH wird für halbe Milliarde Euro saniert

Beim Universitätsklinikum Schleswig-Holstein stemmen Privatiers einen Teil der Sanierung.

Veröffentlicht:

KIEL. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) wird für eine halbe Milliarde Euro umgebaut. Außerdem wird ein privater Partner die Gebäude betreiben und die Immobilien instand setzen. Das Gesamtprojekt hat eine Vertragslaufzeit von 30 Jahren und ein finanzielles Volumen von rund 1,7 Milliarden Euro.

Den Zuschlag für das Mammutprojekt erhielt ein Bieterkonsortium der Firmen BAM PPP und Vamed. BAM ist eine Tochterfirma der niederländischen Royal BAM Group. Die zum Fresenius-Konzern gehördende Vamed hat sich auf die Errichtung, Erneuerung und den Betrieb von Klinikinfrastruktur spezialisiert.

Die Kooperation mit dem privaten Partner ermöglicht einen Sanierungsumfang, der dem verschuldeten Land allein nicht möglich gewesen wäre. Die privaten Partner finanzieren 25 Prozent, Eigentümer der Immobilie bleibt das Land. Im Gegenzug betreibt das Konsortium die Immobilien und wird dafür vom Land bezahlt.

Höherer Patientenzulauf nach Umbau erhofft

Die bauliche Erneuerung mit einem Gesamtvolumen von 520 Millionen Euro soll 2015 beginnen und bis 2021 dauern. Geplant sind Neubauten - u.a. ein Zentralkomplex am Kieler Standort - sowie Sanierungen an bestehenden Gebäuden in Kiel und Lübeck. Ziel der Baumaßnahmen sind optimierte Betriebsabläufe.

Außerdem verspricht sich das UKSH nach der Runderneuerung auch einen höheren Patientenzulauf. Beide Effekte zusammen sollen 53 Millionen Euro Einsparungen bringen.

Klar ist, dass in der Folge auch Stellen wegfallen. Derzeit beschäftigt das UKSH rund 12.500 Mitarbeiter und behandelt bereits jeden vierten stationär aufgenommenen Patienten in Schleswig-Holstein.

Der Umbau des einzigen Maximalversorgers im Land wird von einer breiten politischen Mehrheit getragen. Allerdings warnen Personalrat und Gewerkschaften vor dem Stellenabbau. Der Marburger Bund Landesverband begrüßte die Sanierung zwar grundsätzlich, hält aber nichts von "überzogenen Gewinnerwartungen".

"Wenn die Renditeerwartungen des UKSH nicht erfüllt werden, dann droht vor allem das Drehen an der Personalschraube. Das darf nicht passieren. Die Arbeitsbelastung der Klinikmitarbeiter ist bereits jetzt an der Obergrenze angelangt", sagte MB-Geschäftsführer Daniel Arp.

Wenn das UKSH versuche, finanzielle Mittel durch Personaleinsparungen frei zu setzen, schlage sich das bei den Ärzten in Form von noch mehr Überstunden nieder. (di)

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