Kommunikation

Umgang mit schwierigen Patienten

In der Kommunikation mit manchen Patienten ist viel Einfühlungsvermögen von Nöten.

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NEU-ISENBURG. Manche Patienten scheinen besonders schwierig. "Als Arzt meint man natürlich vor allem einen Patienten, der für einen selbst schwierig im Umgang ist", sagt Professor Hermann Faller, Medizinpsychologe an der Universität Würzburg im Gespräch mit Springer Medizin.

Da sind die Überkritischen, die alles, was der behandelnde Arzt sagt,und vorschlägt infrage stellen. Es gibt diepassionierten Internet-Nutzer, die mit fertiger Diagnose und Therapievorstellung kommen.

Ärzte sehen sich konfrontiert mit sehr technikaffinen, häufig männlichen Patienten, die für jede banale Infektion ein Antibiotikum fordern und Phytotherapeutika rundweg ablehnen oder umgekehrt diejenigen - häufiger Frauen -, die Antibiotika sogar bei einer Lungenentzündungrundweg ablehnen.

In diesen Fällen muss mit und nicht gegen den Widerstand des Patienten kommuniziert werden: "Ich habe den Eindruck, sie halten nichts von pflanzlichen Arzneimitteln", kann der entscheidende Schritt sein, den Patienten doch von dieser Therapie zu überzeugen.

Wichtig ist, sich durch fordernde und gut informierte Patienten nicht in seiner Rolle als Experte infrage gestellt zu sehen, rät Faller. Man könne das auf wertschätzende Art und Weise ansprechen: "Sie haben sich ja schon sehr weitgehend über Ihre Erkrankung informiert, was ist denn noch offen geblieben?"

Expertenmeinung ist oft wichtig

Häufig sei es dem Patienten doch wichtig, mit einem Experten über die Erkrankung und Behandlung zu sprechen. Nicht selten beruht nach Fallers Erfahrung die intensive Informationssuche vorab auch auf Angst. Das Gespräch kann den Patienten dann entlasten.

Mitunter können Patienten auch eigenwillige Krankheitsvorstellungen haben. Diese Vorstellungen anzusprechen sei wichtig, weil sie die Adhärenz beeinflussen können.

Faller empfiehlt nachzufragen: "Was denken Sie, wo ihre Beschwerden herkommen? Was meinen Sie, was die beste Behandlung ist?"

Das heiße nicht, dem Patienten die Entscheidung über die Therapie zu überlassen, betont er, das taktvolle Ansprechen zeige aber das Interesse am Patienten und seinen Vorstellungen.

In dem Zusammenhang sei auch wichtig herauszufinden, ob Patienten meinen, dass sie Schuld an der Krankheit haben, um sie gegebenenfalls entlasten zu können. Konfrontierend infrage stellen sollte man eigenwillige Krankheitsvorstellungen nicht.

Manchmal brauchen die Patienten solche Vorstellungen, um einen Sinn in der Krankheit zu finden. (fk)

Lesen Sie dazu auch: Arzt und Patient: Bessere Kommunikation, höhere Therapietreue

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