Uniklinik initiiert Datenportal für einweisende Ärzte

Das neue Portal doc2port soll die Kommunikation zwischen den niedergelassenen Ärzten und Kliniken in Schleswig-Holstein verbessern. Die Ärzte begrüßen die Initiative.

Veröffentlicht:

KIEL (di). Einweisende Ärzte bekommen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) einen direkten Zugriff auf Patientendaten.

Das internetbasierte Datenportal doc2port wurde an der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe des UKSH entwickelt und nach einer einjährigen Pilotphase jetzt frei geschaltet.

Der Austausch von Patientendaten per Fax oder Postweg soll damit verringert werden. Projektinitiator Dr. Thoralf Schollmeyer verspricht sich von dem internetbasierten System Zeitvorteile für alle Beteiligten. Der leitende Oberarzt an der Klinik erwartet auch niedrigere Kosten und eine Arbeitsersparnis für das Personal.

Als nächste Klinik wird die Chirurgie ihren Einweisern diesen Service anbieten, sukzessive sollen weitere Fachrichtungen folgen. Die UKSH-Kliniken speichern alle im Haus erhobenen Daten in einem digitalen Patientenmanagementsystem, einschließlich Befunden, Röntgenbildern oder CT-Aufnahmen.

Computer und Internetzugang benötigt

Die niedergelassenen Ärzte erhalten über eine sichere Internetverbindung direkten Zugriff auf sämtliche Daten, die bei einer Klinikbehandlung ihrer Patienten anfallen.

Die Systemvoraussetzungen für die Praxis verglich Schollmeyer mit denen für das Online-Banking: Benötigt werde lediglich ein Computer mit Internetzugang.

Der Arzt könne sich dann über den Webbrowser mit Benutzernamen und Kennwort ins System einloggen.

Auf die Einhaltung sämtlicher Datenschutz- und Datensicherheitsbestimmungen wird besonders Wert gelegt. So müssen Patienten der Bereitstellung der Daten durch das UKSH vorher schriftlich zustimmen und können diese jederzeit widerrufen.

"Ich denke, dass ein Großteil der regelmäßig einweisenden Ärzte das Datenportal nutzen werden", sagte Schollmeyer.

"Eine Entlastung"

Dr. Dieter Vogler, dessen Praxis schon in der Pilotphase dabei war, begrüßt das Portal. "Das ist eine Entlastung", sagte der Gynäkologe aus Preetz der "Ärzte Zeitung".

Er erwartet, dass viele seiner Kollegen das für die Zuweiser kostenfreie Portal nutzen werden, weil die Patienten die schnelle Bereitstellung von Informationen für selbstverständlich halten: "Das wird vorausgesetzt und ohne Lob in Anspruch genommen", lautet seine Erfahrung.

Die Nutzer erhalten zum Start eine Einführung durch die Uni. Das Navigieren im Portal ist nach Angaben Voglers für Ärzte, die mit anderen Internetseiten vertraut sind, schnell erlernbar.

Das UKSH spricht von "intuitiver Bedienbarkeit". Von dem Portal erhofft sich Klinikdirektor Prof. Walter Jonat eine lückenlose und effektive Behandlung.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. Tino Großmann, Senior Vice President Connectivity bei der CompuGroup Medical

© CGM

„ÄrzteTag extra“-Podcast

„Die eAU wird der entscheidende Meilenstein sein“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: CompuGroup Medical
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Person im CT.

© oksanazahray / stock.adobe.com

Risikoadaptiertes Vorgehen

Lungenkrebs-Screening: Nach Rauchstopp erst später ins CT?

Eine Frau hat Schmerzen im Unterbauch aufgrund einer Blasenentzündung und hält sich mit der Hand den unteren Bauch.

© Aleksandr Rybalko / stock.adobe.com

Urogenitale Malignome

Akute Zystitis kann auf künftigen Krebs hinweisen

Spritze zum Impfen mit Schriftzug

© Fiedels / stock.adobe.com

Hotline Impfen

Stellen Sie Ihre Fragen zum Impfen!