Delegation

VERAH kontra Physician Assistants

10.000 Medizinische Fachangestellte haben bis dato die Zusatzqualifikation zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis durchlaufen. Der Hausärzteverband rührt weiter kräftig die Werbetrommel für VERAH.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

BERLIN/UNNA. Sie entlasten die Hausärzte, indem sie an sie delegierte, nichtärztliche Tätigkeiten übernehmen und so zu einer optimierten Patientenversorgung beitragen: Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH). In Unna hat am Freitag die zehntausendste Medizinische Fachangestellte die VERAH-Prüfung absolviert, wie der Deutsche Hausärzteverband mitteilt. Die erste VERAH-Prüfung habe 2009 in Mannheim stattgefunden.

Beim VERAH-Konzept handelt es sich um eine Weiterqualifizierung für erfahrene MFA, die vom Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) angeboten wird. "Das VERAHKonzept wurde vor neun Jahren gemeinsam mit dem Verband der Medizinischen Fachangestellten entwickelt und ist heute nicht mehr aus den Hausarztpraxen wegzudenken", wirbt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld, Vorsitzender des IHF, für mehr Bewerberinnen um die zusätzliche Qualifikation.

Mühlenfeld nennt das VERAH-Konzept "das mit Abstand erfolgreichste Delegationsmodell im deutschen Gesundheitswesen und eine Win-win-win-Situation: Die Patienten können umfassender versorgt werden, die Hausärzte werden deutlich entlastet und die Medizinischen Fachangestellten haben die Chance, sich weiterzuqualifizieren und so mehr Verantwortung im Praxisalltag zu übernehmen."

Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sind in den VERAH-MFA gar das Rückgrat der hausärztlichen Versorgung. "Hervorragend aus- und fortgebildete Medizinische Fachangestellte sind unverzichtbar, um eine hochwertige hausärztliche Versorgung sicherzustellen. Entscheidend dabei ist, dass die Verantwortung auch in Zukunft klar in der Hausarztpraxis gebündelt ist, statt die Strukturen immer chaotischer werden zu lassen, indem ständig neue Berufsgruppen erfunden werden", positioniert sich Weigeldt gegen das aus den USA stammende Delegationsmodell der Physician Assistants. Sein Verband stellt deren Notwendigkeit in Frage.

Im Mai stimmte der Ärztetag dem erarbeiteten Konzept des Modells Physician Assistant zu. Basierend auf einer dreijährigen Ausbildung in einem nicht akademischen Gesundheitsberuf, etwa als MFA, handelt es sich dabei um ein dreijähriges Studium an (Fach-) Hochschulen mit einer Qualifikation, durch die der Arzt unter seiner Aufsicht und Weisung bei der Koordination und Administration in der Patientenversorgung unterstützt wird. Er kann auch bei der Therapie mitwirken, ohne den Arzt zu ersetzen.

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