HIV im Beruf

Viele Wissenslücken auch bei Ärzten

Eine Landeskommission hat in NRW "Empfehlungen zum Umgang mit Menschen mit HIV/Aids in der Arbeitswelt" erarbeitet.

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DÜSSELDORF. Wenn es um die Teilnahme von HIV-infizierten Menschen am Arbeitsleben geht, gibt es in der Ärzteschaft immer noch Wissenslücken.

"Wir brauchen auch in der Medizin eine Informations-Offensive", sagt Dr. Dieter Mitrenga, Vorsitzender der Landeskommission Aids in Nordrhein-Westfalen. Das Thema müsse in Fortbildungen für Betriebsärzte, Arbeitsmediziner und arbeitsmedizinische Zentren aufgenommen werden.

Die Kommission hat "Empfehlungen zum Umgang mit Menschen mit HIV/Aids in der Arbeitswelt" erarbeitet, die kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die 26 Experten aus verschiedenen Institutionen sehen vor allem in vier Bereichen Handlungsbedarf: Ängste abbauen, Diskriminierung beenden, Menschen mit HIV über ihre Rechte aufklären sowie sie zur aktiven Teilnahme am Arbeitsleben ermutigen.

Bei der gezielten Fortbildung für Betriebsärzte und Arbeitsmediziner müsse das Thema Schweigepflicht eine große Rolle spielen, erläutert Mitrenga. Die Ärzte dürften Arbeitgeber nicht über eine HIV-Infektion informieren. Das sei vielen nicht bewusst. "Sie dürfen lediglich darüber informieren, ob jemand auf einen Arbeitsplatz passt oder nicht", sagt er.

In NRW leben schätzungsweise 18.000 HIV-Positive, zwei Drittel von ihnen sind erwerbstätig. "Jeder Beruf kann von einem HIV-Infizierten ausgeübt werden, es gibt keine Einschränkung", betont Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne).

Vorurteile und Berührungsängste

Gerade die Arbeitgeber müssten darüber informiert werden, dass es kein Risiko gibt, dass die Betroffenen andere Mitarbeiter am Arbeitsplatz infizieren. Denn nach wie vor gebe es Diskriminierung und Mobbing.

Mit der verstärkten Information von Unternehmen und Belegschaften will die Landesregierung für Abhilfe sorgen. Die Teilhabe am Arbeitsleben sei angesichts des drohenden Fachkräftemangels auch arbeitsmarktpolitisch sinnvoll, sagt Landesarbeitsminister Guntram Schneider (SPD).

Menschen mit HIV und Aids gegenüber herrschen nach wie vor zu viele Berührungsängste und Vorurteile, sagt Oliver Burkhard, Vorstand der ThyssenKrupp AG. "Es fällt im Alltag immer noch vielen Menschen schwer, mit dem Thema angemessen umzugehen."

Zumindest bei ThyssenKrupp soll sich das ändern - helfen sollen die Empfehlungen der Landeskommission. Burkhard weiß nicht, wie viele Arbeitnehmer mit HIV bei dem Industriekonzern beschäftigt sind. Bei einigen ist es aber im Lauf der Zeit bekannt geworden. "Sie haben nicht mehr Krankheitstage als andere Arbeitnehmer auch." (iss)

Empfehlungen der Landeskommission: www.mgepa.nrw.de/gesundheit/praevention/aids

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