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Anlagen-Kolumne

Vorsicht beim schnellen Aktien-Ausstieg!

Kurseinbrüche schrecken Aktieninhaber oft ab. Dabei gibt es momentan keine bessere Alternative, als in die vielversprechenden Wertpapiere zu investieren.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Der Dax, der Schweizer Franken und der deutsche Rentenmarkt haben etwas gemeinsam: Alle schlossen das erste Halbjahr mit einem positiven Ergebnis ab. Wer sein Vermögen dagegen aus Sorge vor einer neuen Finanzkrise quer über den europäischen Kontinent und die Welt gestreut hat, ist damit schlecht gefahren.

Und selbst die vermeintlich sicheren Häfen Gold und Rohstoffe dümpelten vor sich hin, weil der US-Dollar gegenüber dem Euro schwächelte. Aber auch mit deutschen Aktien konnten Anleger falsch liegen, wenn sie sich zu sehr vom Tagesgeschehen leiten ließen. D

Wer in diesem Jahr sein Geld angesichts möglicher Krisenszenarien allerdings komplett aus allen Anlageformen abgezogen hatte, musste dafür teuer bezahlen.

Einmal mehr hat sich gezeigt: Wer bei seinen Anlageentscheidungen auf das richtige Timing hofft, läuft nach einem Kursrutsch Gefahr, den passenden Moment für den Wiedereinstieg zu verpassen. Denn Tage mit starken Kursverlusten und starken Kursgewinnen liegen oft eng beieinander.

Politische Umwälzungen im Norden Afrikas, die atomare Katastrophe in Japan oder die drohende Staatspleite Griechenlands sowie der USA - die Nachricht kann noch so schwerwiegend sein, wenn die Bewertungen günstig sind, die Stimmung zurückhaltend ist und zudem genügend freie Liquidität vorhanden ist, liegt die Marktkorrektur im Rahmen von etwa zehn Prozent. Deshalb gilt auch jetzt, sich nicht verrückt machen zu lassen.

Aktien zum Beispiel sollten Anleger gerade zum jetzigen Zeitpunkt kaufen und liegen lassen, ohne auf die Nebengeräusche des Marktes und der Politik zu achten.

Ein Blick auf die aktuellen Bewertungen zeigt: Aktien sind noch immer günstig bewertet. Viele etablierte Aktienmärkte sind gemessen an der Gewinnentwicklung der Unternehmen nur halb so teuer wie im Jahr 2000.

Selbst wenn Anleger in diesem Jahr mit guten Aktien im Minus sein sollten, ist das kein Problem. Sie sollten zukaufen, die nächsten zwei Jahre werden gut werden. Selten sind die Rahmenbedingungen für Konsum und Investitionen besser gewesen.

Von der Zinsfront droht keine Gefahr. Auch wenn die Zinsen auf zwei bis drei Prozent steigen, wäre das kein Beinbruch, sondern nur die Rückkehr zur Normalität.

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