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Was Sie über die Fusion wissen sollten

Sieben Fragen und sieben Antworten zur Megafusion von Pfizer und Wyeth - soweit man sie aus heutiger Sicht schon geben kann.

Veröffentlicht:

?Warum kauft Pfizer Wyeth?

Der Hauptgrund heißt Sortis®. Pfizer erwirtschaftet mit dem Weltbestseller allein ein Viertel seines Konzernumsatzes. Wenn der Lipidsenker 2011 aus dem Patentschutz fällt und Generikakonkurrenz bekommt, gehen Pfizer Milliarden Dollar Umsatz verloren. Pfizer will die starke Abhängigkeit von einem einzelnen Produkt überwinden. Mit der Übernahme von Wyeth ist Pfizer sehr viel breiter aufgestellt.

?Wie werden sich die Umsätze verteilen?

Pfizer-Chef Jeff Kindler geht davon aus, dass im Jahre 2012 kein Produkt der neuen Pfizergruppe mehr als zehn Prozent Umsatzanteil haben wird. Dennoch wird es 17 Blockbuster geben, also Produkte mit mehr als einer Milliarde Dollar Umsatz.

?Welche neuen Bereiche kommen hinzu?

Vor allem große Moleküle: Mit Wyeth erschließt sich Pfizer den Impfstoffmarkt, der im vergangenen Jahr weltweit um etwa sieben Prozent gewachsen ist und damit um zwei Prozentpunkte schneller als der Pharmamarkt insgesamt. Auch bei Biopharmazeutika hat Wyeth eine starke Position. Das ist ein Zukunftsmarkt; bereits heute ist jede vierte Neuzulassung ein Biotech-Arzneimittel. Impfstoffe und Biopharmazeutika sollen im Jahr 2012 etwa 16 Prozent zum Konzernumsatz von Pfizer beitragen. Derzeit sind es nur etwa zwei bis drei Prozent.

?Wie hoch sind die erwarteten Einsparungen?

Bis zum Jahr 2012 will Pfizer seine jährlichen Kosten um vier Milliarden Dollar reduziert haben. Die Hälfte davon soll in der Verwaltung und im Vertrieb realisiert werden, die andere Hälfte in der Forschungsorganisation und durch die Schließung von Produktionsstätten.

?Gehen Arbeitsplätze verloren?

Ja. Etwa 15 Prozent, das sind 19 000 von insgesamt 123 000 Beschäftigten beider Konzerne.

?Kann der Zusammenschluss noch platzen?

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, da es sich um eine freundliche Übernahme handelt. Die Verwaltungsräte (Boards) der beiden Konzerne haben bereits zugestimmt. Wenn eine Seite aus der Vereinbarung aussteigt, muss sie hohe Rücktrittskosten zahlen, die sich auf bis zu 4,5 Milliarden Dollar belaufen können. Jetzt fehlt noch das Okay der Wyeth-Aktionäre. Wenn diese das Aktientauschangebot und die Barabfindung akzeptieren, ist die Übernahme unter Dach und Fach. Die Fusion ist allerdings von der Zustimmung der Kartellbehörden abhängig, etwa von der EU-Kommission. Ein Okay könnte auch mit bestimmten Auflagen verbunden sein, etwa der Pflicht, sich von einzelnen Produkten zu trennen, wenn sich anderenfalls eine zu starke Marktstellung ergibt.

?Ändert sich etwas für die verordnenden Ärzte?

Wenig. Arzneimittel sind durch ihren Handelsnamen gekennzeichnet. Der Name Wyeth wird wohl verschwinden, aber nicht die Marken. So wird zum Beispiel Sortis®, der Lipidsenker von Pfizer, auch weiter so heißen, ebenso wie Trevilor®, das Antidepressivum von Wyeth, auch wenn später wahrscheinlich das Pfizer-Logo auf der Packung stehen wird.

(brs)

Lesen Sie dazu auch: Substanzerhalt statt Höhenflug Ein neuer Riese auch in Deutschland Pfizer: Gewappnet für die Zukunft Die Pipeline von Pfizer: Keiner investiert mehr Geld Wyeth: Schon früh auf Biotech gesetzt Die Pipeline von Wyeth: Ein Impfstoffspezialist

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