Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar – KBV-Symposium

Wege zu weniger Bürokratie

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Über sieben Stunden für Verwaltungstätigkeiten: Dieses Pensum leisten Vertragsärzte Woche für Woche, meldete die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) Ende vergangener Woche. Die Kosten für Bürokratie belaufen sich nach Schätzungen des Normenkontrollrates vom vergangenen Jahr auf 2,4 Milliarden Euro.

Schlimmer noch als die Kosten sind die Behandlungsstunden, die den Patienten fehlen. Seit Jahren versuchen Gesundheitspolitiker, Wissenschaftler und Selbstverwaltung, Wege zu weniger Bürokratie zu finden, so war es auch am Dienstag auf dem KBV-Symposium in Berlin. Aber es ist ein bisschen wie mit der Hydra: Schlage ich einen Kopf ab, wachsen zwei neue Köpfe nach; wenn ein Formular einfacher gestaltet wird, bekommt der Vertragsarzt im Gegenzug die Datenschutz-Folgenabschätzung als neue Aufgabe.

Tatsächlich ist es eine Illusion zu glauben, Bürokratie für Ärzte könnte in unserer Gesellschaft mit immer weiter steigender Regelungsdichte deutlich reduziert werden. Viel gewonnen wäre immerhin, wenn es zumindest nicht noch mehr wird. Für Praxen heißt das: selbst tätig werden und Arbeitsteilung vorantreiben sowie Verwaltungstätigkeiten an Praxismanager abgeben. Also: Mut zur Delegation ist angesagt - und Talentsuche unter den MFA der Praxis.

Lesen Sie dazu auch: Bürokratie: Formularwut in der Praxis nimmt nicht ab

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Mit Blick für Risiken und Möglichkeiten

So bauen Sie ein stabiles Vermögen auf

Unternehmen

US-Konzern NVIDIA beteiligt sich an Doctolib

Kostenstrukturanalyse

Privatanteil an den Einnahmen geht leicht zurück

Kommentare
Hauke Gerlof 13.09.201809:01 Uhr

Vielleicht mal großzügig die Ablage P bedienen?

Zu dem Kommentar erreichte uns eine Zuschrift per E-Mail:

Danke für Ihren Kommentar ‘Wege zu weniger Bürokratie‘. Unsere Managerin managt schon, was das Zeug hält neben ihrer eigentlichen Aufgabe als MFA. Mehr Bürokratie zu delegieren bedeutet eine MFA für den laufenden Betrieb weniger zu haben, also jemanden einstellen. Ein Schelm, wer solches denkt: wie bezahlen? Die Kassen gestehen und ja für die Presse Millionen mehr zu, heruntergebrochen auf alle Vertragsärzte und durch 12 geteilt, ist es weniger als der Ausgleich für die richtigen und notwendigen Lohnerhöhungen der Helferinnen. Also schlecht machbar. Der einzige sinnvolle Weg kann nur sei, endlich die unnötige Bürokratie zu reduzieren ( die automatisiert überwiegend von den Kassen auf uns zukommen). Oder mal großzügig die Ablage P bedienen .
Mit freundlichen Grüßen aus der bürokratischen ‚Mittagspause‘
Dr. Martin Heyse
FA. F. Allgemeinmedizin
Bad Wurzach
Bürgerstrasse 11

Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Lesetipps
Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann

Petechien, also kleine Einblutungen in die Haut, an einem Bein.

© Robert Yap / stock.adobe.com

Frühe Warnzeichen

Bei diesen Hautbefunden auch an Hantavirus denken

Nahaufnahme einer Ärztin, die die Schilddrüse einer Patientin mit einem Ultraschallgerät untersucht.

© [M] artem_goncharov / stock.adob

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?