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Kommentar zur mRNA-Forschung

Wenn das Immunsystem zur Wunderwaffe wird

Immer mehr Biotechunternehmen nutzen mRNA für innovative Therapien. Das könnte langfristig auch für Investoren interessant sein.

Von Dr. Hanno Kühn Veröffentlicht:

Die chemisch-pharmazeutische Industrie leistet gute Arbeit: Viele Medikamente, die sie zur Zulassung gebracht hat, erfüllen ihr Versprechen, Symptome zu lindern oder das Fortschreiten einer Erkrankung aufzuhalten. Manche aber auch nicht bzw. nicht bei jedem – oder sie bringen nur vorübergehende Linderung.

In den vergangenen Jahrzehnten ist das medizinische Wissen stetig gewachsen. Damit haben sich ganz neue Möglichkeiten ergeben, Krankheiten zu behandeln. Ein Beispiel ist die Sequenzierung des menschlichen Genoms. Die Erkenntnisse über die Individualität jedes Menschen lieferten die Antwort auf die Frage, warum Arzneimittel bei Patienten so unterschiedlich wirken.

Zu den innovativsten Therapeutika zählen die monoklonalen Antikörper. Sie aktivieren das körpereigene Immunsystem, um beispielsweise Krebszellen zu eliminieren. Ihre Wirkungsweise beruht auf der Unterbrechung von Signalketten zwischen entarteten Körperzellen und dem Immunsystem. Erst dadurch erkennen die Abwehrzellen die Tumorzelle und vernichten sie.

Ein Beispiel für innovative Forschung ist der COVID-19-Impfstoff auf Basis der messenger-RNA (mRNA)-Technologie. Hier wird die applizierte synthetische virale mRNA von der Zelle aufgenommen und vervielfältigt. Das daraus resultierende Protein fungiert im Organismus nun als Antigen – und da es viralen Ursprungs ist, wird es als körperfremd erkannt und vom Immunsystem vernichtet.

Diese Aktivierung des körpereigenen Abwehrsystems funktioniert so gut, dass die spezialisierten Biotechunternehmen den mRNA-Ansatz auch für andere Zielstrukturen, etwa Krebszellen, weiterverfolgen.

Diese zukunftsweisende Plattformtechnologie könnte also in den kommenden Jahren weitere innovative Therapien hervorbringen. Vielleicht ist unser Immunsystem der Schlüssel zu wirksameren Behandlungsmöglichkeiten – und zu Chancen an den Anlagemärkten. Die Zukunft wird es zeigen.

Dr. Hanno Kühn ist Chief Investment Officer der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank).

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