Direkt zum Inhaltsbereich

Wettbewerbszentrale geht gegen HNO-Ärzte vor

FRANKFURT/MAIN (pei). Vier HNO-Ärzte aus dem Raum Stuttgart haben eine Unterlassungserklärung der Wettbewerbszentrale unterzeichnet. Nach Ermittlungen der Wettbewerbshüter hatten sie als Gesellschafter einer Hörgeräteakustik-Kette an den verschriebenen Hilfsmitteln mitverdient.

Veröffentlicht:

Wie Rechtsanwalt Peter Brammen von der Hamburger Geschäftsstelle der Wettbewerbszentrale erläutert, wurde der Fall durch den Einsatz von Testpatienten aufgeklärt. Sie seien von den Ärzten direkt zu den Hörgeräte-Geschäften geschickt worden.

Mit der Unterlassungserklärung verpflichten sich die HNO-Ärzte, künftig nicht mehr als Gesellschafter der Betriebe zu agieren. Zuweisungen von Patienten gegen Entgelt sind durch die Musterberufsordnung verboten. Zudem wurde der Paragraf 128 Sozialgesetzbuch V verschärft. Der verkürzte Versorgungsweg für Hilfsmittel ist dadurch nur noch auf Basis eines Vertrags mit Krankenkassen zulässig.

Nach Brammens Angaben befasst sich die Wettbewerbszentrale derzeit mit einer Reihe ähnlicher Verfahren. Die beanstandeten Geschäftspraktiken betreffen weitere HNO-Ärzte und Hörgeräteakustik-Betriebe sowie Augenärzte und Optiker. Auch Krankenkassen ermitteln gegen unzulässige Zusammenarbeit von Ärzten und Hilfsmittelanbietern, so etwa die KKH-Allianz (wir berichteten).

Laut dem Wettbewerbshüter wurden Urteile des Bundesgerichtshofs aus den Jahren 1999 und 2000 zum verkürzten Versorgungsweg teilweise falsch interpretiert. Inzwischen habe der Bundesgerichtshof seine Rechtsprechung in einem Urteil zur Brillenversorgung präzisiert. Darin wird der "hinreichende Grund" für die Verweisung von Patienten an bestimmte Hilfsmittelanbieter sehr eng ausgelegt (Az.: I ZR 13/09). Die Vorinstanz hatte laut Wettbewerbszentrale noch "einen mehr als großzügigen Maßstab" angelegt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Podcast Dr. Lars Reichstein

© Porträt: Dr. Lars Reichstein, Hamburg | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Stiller Reflux in der HNO-Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: G. Pohl-Boskamp GmbH & Co. KG, Hohenlockstedt
Abb. 1: Prozentualer Anteil der Patientinnen und Patienten pro Gruppe mit den genannten Symptomen zum Zeitpunkt der Visite 1 (Erstvorstellung) und Visite 2 (24–72h nach Erstvorstellung).

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [13]

Akute Otitis media – Behandlungsoptionen in der Praxis

Leitlinienbasierte Therapie für schnelle Symptomverbesserung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Homöopathisches Laboratorium Alexander Pflüger GmbH & Co. KG, Rheda-Wiedenbrück
Real-World-Daten sprechen für subkutane Immuntherapie (SCIT)

© Albertsen Foto / stock.adobe.com Symbolbild mit Fotomodell

SCIT oder SLIT bei Pollenallergie?

Real-World-Daten sprechen für subkutane Immuntherapie (SCIT)

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Allergopharma GmbH, Reinbek
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuistik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern

Lesetipps
Illustration eines molekularen Modells von Messenger RNA.

© Dr_Microbe / Getty Images / iStock

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

Ein Mann niest und putzt sich die Nase.

© Dragana Gordic / stock.adobe.com

Kasuistik

Plötzliche Niesanfälle bringen Mann in Lebensgefahr

Auch 2024 war die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Deutschland insgesamt erneut leicht rückläufig

© Rosi / stock.adobe.com / Generated with AI

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin