Gehaltsreport

Wie viel Mitarbeiter im Gesundheitssektor verdienen

Der StepStone-Gehaltsreport 2021 vergleicht Gesundheitsberufe mit anderen Branchen. Und er zeigt auch auf, wie viele Arbeitnehmer in Gesundheitsberufen mit ihrem Verdienst zufrieden sind.

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Mit dem Herz bei der Arbeit: Einige Mitarbeiter im Gesundheitsbereich stellt ihre Tätigkeit zufrieden, obwohl das Einkommen nicht sonderlich hoch ist.

Mit dem Herz bei der Arbeit: Einige Mitarbeiter im Gesundheitsbereich stellt ihre Tätigkeit zufrieden, obwohl das Einkommen nicht sonderlich hoch ist.

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Düsseldorf. Mitarbeiter aus den Bereichen Gesundheit, Pflege und soziale Dienste verdienen mit durchschnittlich 45.700 Euro Jahres-Brutto deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt (57.000 Euro). Das ist das Ergebnis des Gehaltsreports 2021, den die Online-Job-Plattform StepStone am Dienstag veröffentlicht hat. Für den Report wurden rund 250.000 Gehaltsdatensätze analysiert, die im Zeitraum Januar 2019 bis September 2020 erhoben wurden.

Demnach wirkt sich die Höhe des Gehalts maßgeblich auch auf die Zufriedenheit von Arbeitnehmern in Gesundheitsberufen aus: Laut Auswertung sind 43 Prozent mit ihrem Gehalt zufrieden. Über alle Berufsgruppen hinweg liegt die Zufriedenheit hingegen bei 49 Prozent. Vor allem Altenpfleger und Altenpflegerinnen wünschen sich eine bessere Entlohnung. Rund 64 Prozent von ihnen sind mit ihrem jährlichen Durchschnittsbrutto von etwa 38.000 Euro unzufrieden. Kletterten Pflegekräfte die Karriereleiter hinauf, steige in der Regel auch die Zufriedenheit mit dem Einkommen, so StepStone.

Mehr Gehalt = größere Zufriedenheit

So ist unter den Pflegedienstleitern und -leiterinnen ist knapp die Hälfte (49 Prozent) mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von etwa 50.100 Euro zufrieden. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Fachkrankenpflegern: Sie verdienen mit etwa 48.200 Euro etwas weniger als Pflegekräfte mit Leitungsaufgaben. 50 Prozent der Befragten sind damit zufrieden.

„Aber auch die Arbeit mit Menschen und die Sinnhaftigkeit der Tätigkeiten hat bei vielen ebenfalls Einfluss darauf, ob sie insgesamt glücklich mit ihrem Job sind“, sagt StepStone Gehaltsexperte André Schaefer. Das zeige sich beispielsweise bei den Heilerziehungspflegern: Obwohl hier die Vergütung mit durchschnittlich 40.000 Euro deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt ausfällt, seien gut zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) zufrieden mit ihrem Einkommen. Auch Rettungssanitäter seien mehrheitlich (67 Prozent) mit einem durchschnittlichen Bruttoverdienst von knapp 37.500 Euro einverstanden.

Sich darauf zu verlassen, dass viele Angestellte in der Gesundheits- und Pflegebranche ihre Arbeit als Berufung sehen, werde in Zukunft aber nicht mehr reichen. „Die Corona-Pandemie hat uns zuletzt klar gezeigt, wie wichtig und systemrelevant Berufe im Pflege- und Gesundheitswesen sind. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden vielfach als die ‚Helden des Alltags‘ bezeichnet. Gleichzeitig klagen viele Unternehmen über den Mangel an Fachkräften. Zuletzt drohte sogar eine Kündigungswelle in der Branche. Eine faire und transparente Vergütung sorgt dafür, dass die Attraktivität vieler Berufe in der Gesundheitsbranche wieder deutlich steigt“, betont André Schaefer.

Die Nachfrage nach Fachkräften ist laut StepStone derzeit groß. Zuletzt sei die Anzahl der auf dem Job-Portal neu ausgeschriebenen Pflege-Jobs im Vergleich zum Vorjahr um rund 37 Prozent gestiegen. Besonders groß sei die Nachfrage nach Praxispersonal und Gesundheits- und Krankenpflegern sowie Personal in der Altenpflege, heißt es. (kaha)

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Claudia Deutsch-Nachtigall

Guten Morgen,
lieben Dank für diese Information. Ich bin immer wieder irritiert wenn Sie von " Praxispersonal "und nicht von medizinischen Fachangestellten sprechen.
Solange die Ärzte ihr "Praxispersonal" nicht für voll nehmen" und weiterhin teilweise unter Tarif bezahlen , werden sie weiterhin Schwierigkeiten bekommen qualifiziertes Personal zu bekommen.


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