KOMMENTAR

Zwangsruhestand: Zeit für die Wende

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Ist das jetzt die Wende für ältere Ärzte, die Abkehr der Politik vom Zwangsruhestand? Als wäre es schon längst selbstverständlich, hat Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk im Bundestag zu Protokoll gegeben, dass die Bundesregierung die Altersgrenze für Vertragsärzte abschaffen will.

Für Kassenärzte, die kurz vor Erreichen der Altersgrenze stehen, ist das eine erfreuliche Perspektive, weil sie dann nicht mehr so sehr unter Druck stehen würden, einen Nachfolger zu finden, und wieder selbst bestimmen könnten, wann sie aufhören.

Die Perspektive bleibt allerdings noch nebelhaft. Denn zum Zeitpunkt einer Gesetzesänderung hat die Staatssekretärin nichts gesagt, und aus den Reihen des Koalitionspartners kamen nicht nur zustimmende Äußerungen zu dem Vorhaben.

Doch die Zeit drängt. Für die Zukunft zeichnet sich ein dramatischer Ärztemangel ab. Politiker haben reagiert und in unterversorgten Gebieten über das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz Ausnahmen zugelassen. Es wäre folgerichtig, bei zunehmendem Mangel auch die weiteren Begrenzungen aufzuheben.

Doch ein schaler Beigeschmack bleibt: Als es noch genug Ärzte gab, war ein Argument für die Altersgrenze - zumindest der Richter des Verfassungsgerichts - der Schutz der Patienten vor angeblich altersschwachen Ärzten. Jetzt, da sich ein Mangel abzeichnet, soll dieses Argument nicht mehr zählen? Die Doppelbödigkeit der Argumentation ist allzu durchsichtig.

Lesen Sie dazu auch: Koalition will Altersgrenze abschaffen

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Lesetipps
Ein kleiner Piks muss sein - doch die Schmerzbelastung lässt sich reduzieren! Wichtig ist es die Familie mit einzubeziehen.

© APHP-COCHIN-VOISIN / PHANIE / Science Photo Library

Stressfreie Blutabnahme

So lassen sich Schmerzen durch Nadelstiche bei kleinen Kindern mindern

Ein Arzt klebt einem älteren Herrn ein Pflaster auf den Arm, wo der Mann geimpft wurde.

© anon / stock.adobe.com

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise