Ärzte Zeitung, 11.05.2007

Europäische Impfexperten für Rotavirus-Impfung

Integration in alle europäischen Impfschemata möglich / Die drei Dosen werden bis zum 6. Lebensmonat gegeben

PORTO (Rö). Die Impfung gegen Rotaviren ist generell für alle Säuglinge zu empfehlen. Das steht in Leitlinien, die zwei europäische pädiatrische Fachgesellschaften gemeinsam veröffentlicht haben.

Die Impfung schützt Säuglinge vor Durchfällen - eine Erleichterung für Ärzte und Eltern. Foto: Sanofi Pasteur MSD

Die Leitlinien bestätigen, dass Impfungen gegen Rotaviren wirksam und gut verträglich sind. Die Impfungen können die Häufigkeit von Durchfällen durch Rotaviren und damit die Belastung für Familien, Ärzte und Kinderkrankenhäuser vermindern.

Die Europäische Gesellschaft für Pädiatrische Infektionskrankheiten und die europäische Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie, Hepatologie und Ernährung haben ihre Leitlinien jetzt bei einem Kongress in Porto vorgestellt.

Darin heißt es weiter, die orale Impfung lasse sich in alle europäische Impfschemata für Kinder integrieren. Sie könne allein appliziert werden, aber auch bei Terminen, wenn andere inaktivierte Vakzinen gespritzt werden, wie Professor Ingomar Mutz bei einem Symposium des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD sagte.

Nach den Empfehlungen wird die erste Dosis der Rotavirus-Vakzine oral zwischen der 6. und der 12. Woche gegeben. Die gesamte Impfung - bei RotaTeq® des Unternehmens gibt es ein Schema mit drei Dosen - sollte im Alter von sechs Monaten beendet sein. Der Kollege aus Graz wies darauf hin, dass in Österreich die Rotavirus-Impfung bereits in den offiziellen Impfkalender aufgenommen worden ist.

Die Eigenschaften der Vakzine des Unternehmens Sanofi Pasteur MSD hat Dr. Nick Kitchin aus Großbritannien vorgestellt. Der Impfstoff ist gegen Gastritis wirksam, die durch Rotaviren der Serotypen G1P1[8], G2P[4], G3P1[8], G4P1 [8] und G9P1[8] ausgelöst wird.

Mit der Impfung seien die Raten der Hospitalisationen wegen schwerer Erkrankungen um 96 bis 100 Prozent zurückgegangen, sagte Kitchin. Inzwischen ist belegt, dass die Schutzwirkung mindestens zwei Jahre anhält. Die Rate unerwünschter Wirkungen war in der Studie REST* nicht höher als bei Placebo. Und es gebe bei der Impfung kein erhöhtes Risiko für Intussuszeption.

REST* = Rotavirus Efficacy and Safety Trial

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