Direkt zum Inhaltsbereich

US-Studie

Ernährung: Genussbotschaft macht Appetit auf Gemüse

US-Psychologen haben eine simple Maßnahme entdeckt, die den Appetit auf gesunde Lebensmittel steigern soll.

Veröffentlicht:

STANFORD. Nur 25 Prozent der Männer in Deutschland und damit so wenig wie in keinem anderen EU-Land essen laut GEDA-Studie (Gesundheit in Deutschland aktuell 2014/2015) täglich Gemüse. Bei den Frauen sind es immerhin fast 43 Prozent, sie belegen damit im EU-Vergleich aber auch nur den viertletzten Platz. US-Amerikaner kennen dieses Problem. Psychologen von der Stanford University haben sich deswegen Gedanken macht, wie man den Verzehr von Gemüse ankurbeln kann.

"Auf die gesundheitlichen Vorzüge hinzuweisen, kann kontraproduktiv sein", schreiben die Wissenschaftler um Bradley Turnwald (JAMA Intern Med 2017, online 12. Juni). Menschen würden nämlich Nahrungsmittel, die sie für besonders gesund halten, als nicht so schmackhaft bewerten. Primär als gesund konnotiertes Essen würde sogar die Konzentration des Hungerhormons Ghrelin weniger stark senken als eine Mahlzeit mit identischer Zusammensetzung, die als besonderes Geschmackserlebnis angekündigt sei.

Turnwald und Kollegen haben deswegen in einer Kantine ihrer Universität getestet, ob mehr Studenten beim Gemüse zugreifen, wenn nicht die Zubereitung, sondern lediglich der Name des täglich zur Auswahl stehenden Gemüses variiert wird. So wurden Zucchini statt als "Zucchini" (Basisbezeichnung) auch als "geröstete karamellisierte Zucchinihappen" (Genussbotschaft) bzw. als "kalorienarme Wahl Zucchini" (negative Gesundheitsbotschaft) oder als "nährstoffreiche grüne Zucchini" (positive Gesundheitsbotschaft) angeboten. 46 Tage lang stand jeweils eine Sorte Gemüse mit einem dieser vier Namenstypen auf dem Speiseplan. Parallel wurde gemessen, wie sich die Benennung auf die Zahl der Esser und die Portionsgrößen auswirkte.

In beiden Punkten erwiesen sich Namen, die die Kulinarik in den Vordergrund stellten, als besonders förderlich. Damit gab es 25 Prozent mehr Gemüseesser als mit der Basisbezeichnung und 41 bzw. 35 Prozent mehr als mit der negativen oder positiven Gesundheitsbotschaft. Die Menge an Gemüse, die sich die Studenten auf die Teller luden, war im Vergleich zur neutralen und der restriktiven Benennung um 23 und 33 Prozent größer. "Die Ergebnisse stellen Konzepte infrage, die eine gesunde Ernährung fördern wollen, indem sie den gesundheitlichen Nutzen herausstellen", so Turnwald und Kollegen.Ihre Studie würde, so die US-amerikanischen Autoren, eine einfache Strategie aufzeigen, wie sich der Gemüsekonsum von Erwachsenen steigern lässt: "Indem man dieselben genussvollen, aufregenden und köstlichen Schlagwörter verwendet, wie sie für beliebtere, aber weniger gesunde Lebensmittel üblich sind." (bs)

Mehr zum Thema

Studie mit Älteren

Hat Abnehmen (k)einen Effekt auf Vorhofflimmern?

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Früherkennung von Bluthochdruck

Hypertonie: Wenn die Smartwatch in falsche Sicherheit wiegt

Kasuistik

Was hat die interstitielle Nephritis ausgelöst?

Lesetipps
Eine ältere Person hält drei Blisterstreifen mit Tabletten zwischen beiden Händen.

© wernerimages / stock.adobe.com

GeriPAIN-Leitlinie

Welche Schmerztherapien eignen sich für geriatrische Patienten?

Ein Hautarzt untersucht die Haut mit einem Dermatoskop auf Melanom.

© Iryna&Maya / stock.adobe.com

Vergleich mit anderen Ländern

Hautkrebs-Screening in Deutschland laut Studie ohne klaren Nutzen