Ärzte Zeitung online, 31.08.2017

Je nach Gesichtsausdruck

Emotionen beeinflussen den Geruchssinn

Wenn wir jemanden sehen, der sein Gesicht verzieht, kommt uns ein schlechter Geruch gleich unangenehmer vor.

BOCHUM. Der emotionale Gesichtsausdruck anderer Menschen beeinflusst, wie positiv oder negativ wir selbst einen Duft empfinden. Grundlage für diesen Effekt scheint die Aktivität des piriformen Kortex zu sein, der schon vor der Wahrnehmung eines Geruches aktiv wird. Das berichten Neuropsychologen der Ruhr-Universität Bochum (Sci Rep 2017; 7(1):9191).

Mithilfe der funktionalen Magnetresonanztomografie (fMRT) untersuchte das Team um Schulze, wie das Gehirn emotionale Informationen und Gerüche gemeinsam verarbeitet, berichtet die Uni Bochum in einer Mitteilung. Dazu zeigten die Forscher den Studienteilnehmern zuerst ein Foto von einem Menschen mit glücklichem, neutralem oder angeekeltem Gesichtsausdruck und ließen die Versuchsteilnehmer im Anschluss einen von zwölf Gerüchen bewerten.

Der Gesichtsausdruck wirkte sich auf die Wahrnehmung der Düfte aus. Probanden fanden denselben Geruch angenehmer, wenn sie vorher ein glückliches Gesicht gesehen hatten, als wenn ihnen ein angeekeltes Gesicht gezeigt worden war. Das galt für Aromen wie Karamell oder Zitrone, aber auch für den Geruch nach Schweiß oder Knoblauch. Nur Fäkalien-Geruch konnte auch ein positiver Gesichtsausdruck nicht aufwerten."Wenn wir jemanden sehen, der ein angewidertes Gesicht macht, weil er einen schlechten Geruch in der Nase hat, kommt einem selbst der Geruch auch gleich unangenehmer vor", wird Studienautor Dr. Patrick Schulze in der Mitteilung zitiert.(eb)

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