Ärzte Zeitung, 23.01.2004

Paintball-Geschosse, die ins Auge gehen

Augenverletzungen durch Farbkugeln werden häufiger - auch bei Jugendlichen

NEW YORK (ug). Augenverletzungen durch Paintball-Geschosse haben in den USA stark zugenommen: von 545 im Jahr 1998 auf über 1200 nur zwei Jahre später. Zwischen 26 und 33 Prozent der Patienten waren Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, so der New Yorker Pädiater Dr. David A. Listman in einer Analyse ("Pediatrics" 113, 2204, 15).

Mit solchen Paintball-Gewehren, "Markierer" genannt, werden 17 Millimeter große Gelatinekugeln abgefeuert, die mit wasserlöslicher Farbe gefüllt sind. Foto: dpa

Paintball (Gotcha) ist eine neue Funsport-Art aus den USA, die auch bei uns immer beliebter wird. Es gibt sogar schon Meisterschaften. Gespielt wird mit zwei Teams auf einem Feld. Spieler müssen ausscheiden, wenn sie von einem Gegner markiert wurden. Dazu werden Farbkugeln aus Soft-Air-Gewehren abgefeuert. Zur Spielausrüstung gehört eine Schutzkleidung mit einer Gesichtsmaske, die die Augen und auch den Kehlkopf schützt.

Doch immer häufiger spielten Jugendliche unkontrolliert und ohne Schutzmaske, warnt Listman. Dann können die Farbkugeln ins Auge gehen. Nach Paintball-Unfällen ist es der Analyse zufolge bei Kindern und Jugendlichen zu Hyphaema, Retina-Ablösung, Katarakt, Hornhautverletzungen, Hämorrhagien oder Netzhauttrübungen gekommen. Viele der Patienten haben die volle Sehkraft für immer verloren.

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Pädiatrie (8632)

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