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DAS INFEKTANFÄLLIGE KIND

Für Kinder sind Infektionen die Schule fürs Immunsystem

Jedes Kind bis zur Pubertät ist mehr oder weniger von Atemwegsinfektionen betroffen. Doch wieviele Infektionen sind normal? Ab wann ist ein Kind auffällig infektanfällig? Und ist eine Vorbeugung möglich? Darauf gibt Privatdozent Johannes Liese vom Dr. von Haunerschen Kinderspital in München in seinem Vortrag Antworten.

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Jeder Allgemeinarzt, der Kinder betreut, und jeder Pädiater weiß: Infektionen sind der häufigste Grund dafür, daß Eltern ihre Kinder in die Praxis bringen. Dann stellt sich jedesmal die Frage: "Müssen wir behandeln? Jede Infektion hat auch ihr Gutes. Es gehört zur allgemeinen Immunentwicklung, daß wir die in einer bestimmten Lebensphase durchmachen", so Liese in seinem sehr informativen Vortrag. Für den gibt es nach bestandener Prüfung CME-Punkte.

Nach Erhebungen sind bis zum zweiten Lebensjahr durchschnittlich sechs bis acht Infekte der oberen Atemwege pro Jahr physiologisch, maximal etwa elf. Diese Rate nimmt bis zum zehnten Lebensjahr etwas ab. Die Zahlen für Altersstufen bis zum 14. Lebensjahr nennt Liese im Vortrag.

Aufmerksam sollten Kollegen werden, wenn Kinder häufiger Infekte haben als für die Altersstufe üblich, wenn sich die Kinder zwischen den einzelnen Infekten nicht richtig erholen, oder wenn wegen Infektionen Krankenhaus-Aufenthalte mit intravenös applizierter Antibiotika-Therapie notwendig werden, sagt Liese. Weitere Verdachtsmomente sowie Ursachen für eine pathologische Infektanfälligkeit nennt der Kinderarzt in seinem Vortrag.

Wie sieht eine rationale Basisdiagnostik aus? Bei unkomplizierten Atemwegsinfekten, also etwa ohne Otitis, empfiehlt Liese eine Anamnese und Untersuchung sowie ein Blutbild mit Differentialblutbild. Thoraxröntgen oder Allergie-Diagnostik sollten nach seinen Angaben nur bei einem spezifischen Verdacht veranlaßt werden.

Übrigens hat sich nach Lieses Erfahrung bewährt, daß die Eltern in einem Kalender die Infekte notieren. Allein anhand daran kann man Eltern oft beruhigen, wenn zum Beispiel klar wird, daß die Zahl der Infektionen physiologisch ist.

Vorbeugen gegen Infekte können Frauen, die ihre Kinder stillen, und Eltern, die auf das Rauchen verzichten. Aber wie ist es mit pflanzlichen Immunstimulanzien wie Echinacea oder Bakterienlysaten? Das erläutert Liese detailiert anhand von Studien in seinem Vortrag. (gwa)

Den Vortrag, für den es CME-Punkte gibt, finden Sie nach Anmeldung unter www.qaef-akademie.de, "Online-Kurse" - "Infektiologie" - "Das infektanfällige Kind"

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