Ärzte Zeitung, 22.02.2019

Kommentar

Fragen ist Gold

Von Robert Bublak

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Das Sprechzimmer hat seinen Namen nicht von ungefähr. Er hebt ab auf die wichtigste Interaktion, die Patienten und ihre Ärzte verbindet: das Gespräch. Dass im Sprechzimmer immer alles Wichtige zur Sprache käme, ist damit aber nicht gesagt. Nicht alles, was eigentlich angesprochen gehörte, kommt dort auch zu Ohren.

Zu den Dingen, über die viele Patienten ungern reden, gehört ihr Rückgriff auf komplementärmedizinische Methoden und Substanzen – und zwar auf solche, die nicht der behandelnde Arzt verordnet hat. Das birgt Risiken. So können die komplementär geschluckten Arzneien und Supplemente mit den konventionell verordneten Medikamenten auf ungute Weise wechselwirken.

Den betroffenen Patienten ist das Risiko durchaus bewusst. Zwei Drittel von ihnen waren in Studien zum Thema der Meinung, es sei wichtig, den Arzt über verwendete Komplementärmedizin zu unterrichten. Dennoch tut etwa im Fall von eingenommenen biologischen Mitteln nur jeder Dritte den Mund auf. Ein wesentlicher Grund für das Verschweigen ist die Furcht, der Arzt könnte die Einnahme missbilligen. Ein weiterer: Der Arzt habe nicht danach gefragt.

Das immerhin ließe sich leicht ändern. Denn in der Sprechstunde ist nicht Schweigen, sondern Reden Gold. Gezieltes Nachfragen gehört dazu.

Lesen Sie dazu auch:
Metaanalyse: Komplementärmedizin bleibt oft unerwähnt

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