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Jungs brauchen mehr Bewegung als Mädchen, um nicht dick zu werden

BRISTOL (mut). Wer öfter mal mit seinen Kindern flott eine Runde läuft, statt sie überall hinzufahren, der kann schon ihr Risiko für Übergewicht drastisch reduzieren. Das gilt vor allem für Jungs: Bei ihnen genügen schon täglich 15 Minuten mäßig intensive Bewegung, um die Gefahr von Speckröllchen zu halbieren. Bei Mädchen hat Sport dagegen weniger Einfluss auf das Gewicht.

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Die Deutschen sind nach Daten einer neuen Studie die dicksten EU-Bürger - das sieht man zum Teil auch schon bei den Kindern. Glaubt man britischen und irischen Forschern, dann liegt es bei Jungs aber weniger an der Ernährung als vielmehr am Bewegungsmangel, wenn sie zu viel Fett ansetzen. So lassen sich zumindest die Daten zweier Studien interpretieren.

In der einen Studie gaben Forscher aus Bristol 5500 zwölfjährigen Kindern für etwa eine Woche eine Art Schrittzähler. Damit konnten die Forscher messen, wieviel und vor allem wie intensiv sich die Kinder bewegten.

Zudem wurde bei allen Kindern die Fettmasse per Röntgenabsorption bestimmt. Aufgrund unklarer Richtwerte für Adipositas bei Kindern wurden Kinder mit Fettmasse-Werte über der 90igsten Perzentile als adipös bezeichnet. Die Forscher schauten nun, wie viele Minuten täglich die Kinder mäßig bis stark körperlich aktiv waren. Darunter verstanden sie eine Leistung, die bereits beim flotten Gehen erreicht wird.

Die Ergebnisse: Von den Jungs, die sich mindestens 40 Minuten täglich mäßig bis stark bewegten, war praktisch keiner adipös. Mädchen können dagegen nach diesen Studiendaten durch Bewegung allein eine Adipositas nicht ganz vermeiden. Sie können das Risiko dafür um höchstens zwei Drittel reduzieren.

Wie die Forscher weiter berechneten, können Jungs bereits mit 15 Minuten mäßiger Aktivität pro Tag ihr Risiko für Übergewicht um 55 Prozent reduzieren, Mädchen um 38 Prozent (PLoS Medicine 4, 2007, e97).

Auch nach Resultaten einer Studie von Ärzten aus Dublin hilft Bewegung vor allem Jungs, dünn zu bleiben. Sie machten bei 224 sieben- bis zehnjährigen Kindern einen Fitness-Test und maßen vier Tage lang ihre körperliche Aktivität. Der Bauchumfang war bei Jungs dabei umso größer, je weniger sie sich bewegten und je weniger fit sie waren. Bei Mädchen gab es dagegen keinen klaren Zusammenhang zwischen Bewegung, Fitness und Bauchumfang (BJSM 41, 2007, 311).

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