Ärzte Zeitung, 08.04.2013
 

Dicke Kinder

Herzrisiko sinkt bei täglichem Training rasch

Schon nach vier bis sechs Wochen lässt ein tägliches Bewegungsprogramm bei adipösen Jugendlichen nicht nur die Kilos purzeln. Auch andere Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen werden reduziert.

MANNHEIM. In einer jetzt beim Kardiologenkongress in Mannheim präsentierten Studie wurden 57 übergewichtige Jugendliche untersucht, die im Mittel 12,6 Jahre alt waren und einen mittleren BMI von 29,5 hatten.

Sie nahmen an einem vier- bis sechswöchigen Programm teil, das aus täglichen Trainingseinheiten(unter anderem Laufen, Schwimmen und Sport-Spiele), diätetischen Maßnahmen und Aufklärung bestand.

Nach dem Programm war das Durchschnittsgewicht der Teilnehmer von 75,9 auf 71,2 kg gesunken, teilt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) mit.

Positiv hätten sich auch Risikofaktoren wie Insulinresistenz (Zuckerspitze im oralen Glukosetoleranztest sank von durchschnittlich 765 auf durchschnittlich 622) oder Cholesterinwerte entwickelt: der mittlere LDL-Wert sank von 2,3 auf 1,8; Gesamtcholesterin von 4 auf 3,4.

Der Wert von hochsensitivem C-reaktivem Protein, einem Marker für kardiovaskuläres Risiko, sank von durchschnittlich 2,5 auf durchschnittlich 1,2 mg / L, auch der Wert verschiedener Adipozytokine sank signifikant.

"Das Trainingsprogramm reduzierte Entzündungsprozesse und die Ausschüttung der mit Fettleibigkeit assoziierten Adipozytokine und könnte zu einer Regeneration von frühen vaskulären Schäden bei kindlicher Adipositas beitragen", zitiert die DGK die Autoren in einer Mitteilung. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »