Ärzte Zeitung, 22.08.2012

Bewertung

IQWiG sieht Zusatznutzen von Tiotropium bei COPD

NEU-ISENBURG (eb). Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Nutzen von Tiotropium (Spiriva®) in der inhalativen Dauertherapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) bestätigt, teilt das Unternehmen Boehringer Ingelheim mit.

IQWiG bestätigt Zusatznutzen von Tiotropium bei COPD

Das IQWiG sieht einen Zusatznutzen in der Therapie von COPD-Patienten.

© Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Im Abschlussbericht zur Nutzenbewertung sieht es das IQWiG als belegt an, dass Tiotropium gegenüber der Gruppe der langwirksamen Betaagonisten (Salmeterol, Formoterol und Indacaterol) einen Zusatznutzen sowohl hinsichtlich der Häufigkeit von Exazerbationen als auch der Notwendigkeit von Krankenhausaufenthalten wegen Exazerbationen aufweist.

Gegenüber dem kurzwirksamen Anticholinergikum Ipratopiumbromid (Atrovent®) attestiert das IQWiG einen Zusatznutzen von Tiotropium hinsichtlich der Häufigkeit von Exazerbationen und COPD-Symptomen.

Im Vergleich zu Indacaterol sieht das IQWiG aber auch einen Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen von Tiotropium, und zwar bei COPD-Symptomen und Lebensqualität. Die Studienergebnisse seien jedoch hinsichtlich dieser patientenrelevanten Endpunkte sehr heterogen, heißt es in der IQWiG-Mitteilung.

Studienlage als gut bewertet

Das Institut sieht auch in Bezug auf weitere patientenrelevante Kriterien wie körperliche Belastbarkeit, Sterblichkeit und Erkrankungsrate an Herz-Kreislauf-Krankheiten sowie Nebenwirkungen in den Studien für Tiotropium keine Unterschiede im Vergleich zu den untersuchten Therapiealternativen.

Das IQWiG bewertet die Studienlage zu Tiotropium als gut. Es hat nach eigenen Angaben 27 relevante Studien zu dem Mittel ausgewertet. Spiriva® ist seit über zehn Jahren in Deutschland verfügbar.

Insgesamt wurden nach Angaben des Herstellers 175 klinische Studien mit Tiotropium in der Indikation COPD durchgeführt. Die Gesamtbehandlungsdauer damit betrage weltweit über 25 Millionen Patientenjahre.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn im Dialog mit den Ärzten

Seit Monaten wird heiß ums Terminservice- und Versorgungsgesetz diskutiert. Heute stellte sich Jens Spahn direkt den Fragen der Ärzteschaft zu TSVG, Sprechstunden und Co. Das Wichtigste der Veranstaltung in 13 Tweets. mehr »

Spahn bleibt bei Sprechstundenzeiten hart

Das Termineservicegesetz wird nachgebessert werden, aber nicht bei den Sprechstundenzeiten. Das stellt Jens Spahn beim Neujahrsempfang des Hausärzteverbands klar. mehr »