Ärzte Zeitung online, 24.10.2017
 

Zwei große Studien

Erfolg mit bronchialer Thermoplastie bei schwerem Asthma

Die bronchiale Thermoplastie führte bei Patienten mit schwerem Asthma bronchiale in zwei großen Studie zu einer signifikanten Verbesserung bezüglich wichtiger Parameter wie Dosisreduktion der inhalativen Kortikosteroide, Reduktion der oralen Steroide, Exazerbationen und Notfallbehandlungen.

NEW HAVEN. Die bronchiale Thermoplastie ist ein Verfahren, bei dem durch ein Bronchoskop lokal Wärme in die Atemwege appliziert wird. Der Effekt bei Asthma entsteht zumindest teilweise durch Reduktion der Atemwegsmuskulatur und führte in den bisherigen Studien zur Verbesserung der Symptome bei Patienten mit schwerem Asthma.

An den meisten Studien waren nur wenige Patienten beteiligt, und die größer angelegten Studien waren nicht repräsentativ für das Patientenkollektiv, da jene mit Komorbiditäten ausgeschlossen waren. In den beiden großen Studien, AIR2 und PAS2 wurden auch Patienten mit Komorbiditäten einbezogen.

Weniger Exazerbationen

Es wurde das Outcome von Patienten mit Asthma verglichen, die durch Thermoplastie mit dem Alair-System behandelt worden waren, und das Follow-up der Studien AIR2 und PAS2 nach 3 Jahren dargestellt (Eur Respir J. 2017 Aug 31; 50(2). pii: 1700017). Einbezogen wurden die ersten 190 Patienten der PAS2-Studie und die 190 Patienten der AIR2-Studie.

Insgesamt waren die Teilnehmer der PAS2-Studie schwerer erkrankt, und zwar sowohl in Bezug auf das Asthma als auch auf die Komorbiditäten.

Drei Jahre nach der bronchialen Thermoplastie hatte sich bei den Patienten der PAS2-Studie der Anteil der Patienten mit schweren Exazerbationen, Besuchen in der Notaufnahmen und Hospitalisierungen signifikant verringert. Die Ergebnisse waren ähnlich wie in der AIR2-Studie.

Signifikante Unterschiede gab es jedoch bei der Dosisreduktion der inhalativen Steroide und in der Anzahl der schweren Exazerbationen, wobei die Definition der Exazerbation bei den beiden Studien nicht einheitlich war. Reduziert war in beiden Studien auch die Zahl der Besuche in der Notaufnahme im 3-Jahres-follow-up.

Nur in wenigen Zentren angeboten 

"Bronchiale Thermoplastie als eine Option bei schwerem Asthma wird nur in wenigen Zentren angeboten, führt aber aufgrund der bisherigen Studien und Erfahrungen bei einigen Patienten offenbar zu einer Verbesserung", kommentiert Professor Joachim Bargon, St. Elisabeth Krankenhaus, Frankfurt/Main, die Ergebnisse der Studien auf www.springermedizin.de.

Bargon: "In dieser aktuellen Publikation von Chupp et al. wurden die Ergebnisse der beiden größten Studien mit je 190 Patienten beschrieben und verglichen. Sie zeigen beide eine signifikante Verbesserung bei einigen wichtigen Parametern wie Dosisreduktion der inhalativen Steroide, Reduktion der oralen Steroide, Exazerbationen und Notfallbehandlungen, machen diese Maßnahmen allerdings nicht völlig überflüssig. Die Lungenfunktion war weitgehend unverändert. Leider schloss die PAS2-Studie, die als praxisnäher bezeichnet wird, weil sie schwerer erkrankte Patienten enthält, die richtig schweren Fälle, die uns die meisten Sorgen machen, ebenfalls aus."

Da die PAS2-Studie noch 2 Jahre weiterhin läuft (bis zum 5-Jahres-follow-up), wird man dann über den Verlauf und darüber, wer am meisten von der Therapie profitiert, hoffentlich mehr wissen, so der Frankfurter Pneumologe. (eb/ikr)

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