INFEKTIONEN DER UNTEREN ATEMWEGE

Bei eitrigem Auswurf und starker Dyspnoe sind Antibiotika nötig

Bei einer akuten Bronchitis kann man auf Antibiotika verzichten - bei einer Pneumonie oder einer bakteriell bedingten Exazerbation einer chronischen Bronchitis sind sie jedoch dringend nötig, berichtet Privatdozent Torsten Bauer. Welche Antibiotika welchen Patienten helfen, verrät der Pneumologe in seinem Online-Vortrag.

Veröffentlicht:

Etwa ein Viertel aller Exazerbationen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) sind bakteriell bedingt, berichtet der Pneumologe aus Bochum. Wenn die Patienten ein erhöhtes Auswurfvolumen haben, wenn der Auswurf eitrig ist und wenn die Dyspnoe stärker wird, dann sollten Ärzte von einer bakteriellen Infektion ausgehen und mit Antibiotika behandeln.

Doch welche Medikamente sind geeignet? Das hängt vom Schweregrad der COPD ab, so Bauer. Bei weniger als drei Exazerbationen pro Jahr, keiner bis leichter Obstruktion und ohne Komorbidität genügen meist Cephalosporine der Gruppen 2 und 3, Aminopenicilline, Makrolide, Ketolid oder Doxycyclin. Bei COPD-Kranken mit mehr als drei Exazerbationen pro Jahr, leichter bis mittelschwerer Obstruktion und Komorbidität rät Bauer zu Cephalosporinen, Ketolid, Aminopenicillinen oder Fluorchinolonen. Bei Patienten mit schweren Obstruktionen und häufigen Exazerbationen muß auch mit Pseudomonaden-Befall gerechnet werden. Dagegen helfen Cephalosporine der Gruppe 3b, Acylaminopenicillin und bestimmte Fluorchinolone.

Wie sieht die Therapie bei einer Pneumonie aus? Zunächst muß geklärt werden, ob sie nosokomial ist - davon muß man ausgehen, wenn die Patienten innerhalb von drei Tagen nach einem Klinikaufenthalt Pneumonie-Symptome bekommen. Dann sollten die Patienten in einer Klinik behandelt werden, weil oft ein problematischer Erreger die Ursache ist.

Haben Patienten unter 65 Jahren eine leichte Pneumonie ohne Vitalfunktionsstörungen, und sind die Patienten ansonsten gesund, können Ärzte auch ambulant behandeln. Dazu eignen sich nach Angaben von Bauer etwa Makrolide, Amoxicillin, Ketolid oder Fluorchinolone der Gruppen 3 und 4. Bei allen anderen Patienten sollte die Therapie in der Klinik erfolgen. Dazu gehören etwa Patienten mit Begleiterkrankungen wie COPD, Diabetes, Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz sowie Patienten mit respiratorischer Insuffizienz oder bilateralen Lungen-infiltraten. (mut)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, finden Sie bei www.qaef-akademie.de unter "Online Kurse" - "Infektiologie" - "Atemwegsinfektionen II ".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Review und Leitlinie

Ambulante antivirale COVID-19-Therapie: Was US-Wissenschaftler empfehlen

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielt Zink?

© Tondone | AdobeStock

Immunsystem unterstützen:

Welche Rolle spielt Zink?

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Impf- und Zinkstatus im Blick

© Wörwag Pharma | KI-generiert

Bei Risikogruppen:

Impf- und Zinkstatus im Blick

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

© artemidovna | AdobeStock

Ernährungsfallen:

Wann die Zinkversorgung knapp werden könnte

Anzeige | Wörwag Pharma GmbH & Co. KG
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Zunehmend Evidenz für additive Therapien

Insulinresistenz auch bei Typ-1-Diabetes in den Fokus nehmen!

S3-Leitlinie Mammakarzinom

Brustkrebs: So viel Sport ist empfehlenswert

Lesetipps
Junge Menschen trösten eine Frau.

© Photographee.eu / stock.adobe.com

Vom Mentor bis zur Trainings-App

So unterstützen Sie junge Erwachsene mit Krebs