Ärzte Zeitung, 21.11.2007

Früherkennung von Infekten

Chlamydia pneumoniae kann Bronchitis, Pharyngitis, Laryngitis, Sinusitis, Otitis media und atypische Pneumonie verursachen. Respiratorische Infekte mit dem Keim verlaufen aber oft subklinisch. Wird nicht behandelt, können die Infekte chronifizieren. Chronische Gefäßinfektionen mit Chlamydien gelten als Risikofaktor für Atherosklerose, chronische Synovia-Infektionen begünstigen Arthritiden.

Auch ein Einfluss der Erreger auf entzündliche Krankheiten im Zentralnervensystem wie Multiple Sklerose oder M. Alzheimer wird vermutet. Eine Chlamydien-Infektion im frühen Stadium heilt nach einer Therapie mit Doxycyclin, Makroliden oder Chinolonen komplikationslos aus. Zur Differenzialdiagnostik werden Chlamydia pneumonia-IgG-, IgA- und IgM-Antikörper im Serum bestimmt (93 bis 96 Prozent Spezifität, 96 bis 99 Prozent Sensitivität).

Auch der Direkt- oder Antigennachweis mit einem Immunfluoreszenztest (IFT) aus dem Nasopharyngealabstrich, dem Sputum oder der Bronchiallavage (Spezifität: 95 bis 98 Prozent, Sensitivität: 60 bis 65 Prozent) wird angewendet. Der Erregernachweis aus der Zellkultur ist langwierig und Speziallaboren vorbehalten.

EBM-Abrechnung: Die Abrechnung für die Serologie erfolgt nach Ziffer 32 589 (je Antikörper 11,20 Euro). Für die Bestimmung des Bakterienantigens gilt die Ziffer 32 707 (9,20 Euro). Die Anzucht in der Zellkultur wird mit der Ziffer 32 793 (31,70 Euro) abgerechnet.

GOÄ-Abrechnung: Die Abrechnung für die Serologie erfolgt nach Ziffer 4272 (je Antikörper 29,73 Euro bis 34,19 Euro). Für die Bestimmung des Bakterienantigens gilt die Ziffer 4518 (14,57 Euro bis 16,76 Euro). Die Anzucht in der Zellkultur wird mit der Ziffer 4541 (20,40 Euro bis 23,46 Euro) abgerechnet.

Weitere Informationen gibt es unter www.medac.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »