Ärzte Zeitung, 14.12.2016
 

E-Dampf

Nebulös bis wolkig

Von Marco Mrusek

Zum Thema Gesundheitsverträglichkeit von E-Zigaretten ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Bisher ging man davon aus, dass Raucher, die auf Dampfen umsteigen, ihrer Gesundheit einen Gefallen tun.

Doch ganz so einfach ist es nicht, schränkt eine neue Studie aus Los Angeles ein: Symptome einer chronischen Bronchitis sind unter Dampfern verbreiteter als unter Nichtdampfern.

Und nun? Dampfen ja, dampfen nein? In dieser Frage ist auch die aktuelle Studie nur ein Puzzleteil von vielen. Weitere Forschung ist somit vonnöten, schließen denn auch die Wissenschaftler aus Los Angeles.

Was bleibt, ist die dünne Evidenz und die methodischen Schwächen einiger Studien zu dem Thema. So haben die US-Forscher eine signifikante Assoziation zwischen Bronchitis-Symptomen und Dampfen nur für frühere Dampfer, nicht aber für gegenwärtige hergestellt.

Ebenfalls aktuell nicht haltbar: Die Gateway-Hypothese, nach der E-Zigaretten Jugendliche zuerst zum Dampfen und dann zum Rauchen animieren. Empirisch nicht zu belegen, kommentiert auch das Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung.

Das letzte Wort zum Thema Dampfen würden wohl nur klinische Studien bringen. Doch diese wird es – schon aus ethischen Gründen – nicht geben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »