Ärzte Zeitung, 13.10.2012

Transthyretin

Marker für Alzheimer

HAMBURG (mut). Transthyretin, ein Protein, das Schilddrüsenhormone vom Blut in den Liquor bringt, eignet sich offenbar als Marker für die Alzheimer-Demenz, hat Professor Inga Zerr von der Universität Göttingen beim Neurologenkongress in Hamburg berichtet.

Ihre Arbeitsgruppe hat die Konzentration von Transthyretin bei unterschiedlichen Demenzformen untersucht. Transthyretin wird im Plexus choroideus gebildet und in den Liquor sezerniert, ebenso in der Leber generiert und ins Blut ausgeschüttet.

Etwa ein Zehntel des peripheren Transthyretins gelangt ins Gehirn, so Zerr. Das Transportprotein bildet mit Beta-Amyloid lösliche Komplexe und verhindert so dessen Aggregation zu Amyloidfibrillen und -plaques. Bei Alzheimer ist im Liquor die Konzentration des Proteins reduziert.

Wie spezifisch die Transthyretin-Werte im Liquor für Morbus Alzheimer sind, hat Zerrs Team in Liquorproben bei 92 Demenzpatienten sowie 13 Patienten mit Normaldruck-Hydrozephalus und 19 gesunden Kontrollpersonen untersucht.

Um etwa ein Viertel erniedrigt

Unter den Demenzpatienten waren solche mit Morbus Alzheimer (23), Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (18), Lewybody-Demenz (23), vaskulärer Demenz (18) und frontotemporaler Demenz (10).

Die Konzentration des Transportproteins war nur bei Alzheimer erniedrigt - um etwa ein Viertel.

Bei den anderen Demenzpatienten waren die Werte ähnlich wie bei gesunden Kontrollpersonen. Die Konzentrationen waren um so niedriger, je weiter die Alzheimererkrankung fortgeschritten war.

Ob die Werte auch schon bei ersten kognitiven Einschränkungen auffällig sind, lasse sich noch nicht beurteilen. Auch Patienten mit Normaldruckhydrozephalus hatten niedrige Werte, hier vermutet Zerr Störungen bei der Liquorsynthese als Ursache.

Dagegen waren Beta-Amyloidfragments Aß1-42 und Tauprotein wenig spezifisch: Tau war bei allen Demenzpatienten erhöht, Aß1-42 erniedrigt.

Eine gewisse Spezifität für Alzheimer besteht erst, wenn man die Spiegel für Phospho-Tau und Tau sowie Aß1-42 und Aß1-40 in Beziehung setzt.

Quelle: www.springermedizin.de

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Kinderschutzhotline - Heißer Draht zu Ärzten

Über den Verdacht auf Kindesmissbrauch sprechen, ohne die Schweigepflicht zu verletzen: Das ermöglicht seit 2017 die Medizinische Kinderschutzhotline - eine Zwischenbilanz. mehr »

Hypertonie vor 40. Lebensjahr ist riskant

Junge Erwachsene, die einen erhöhten Blutdruck gemäß den US-amerikanischen Leitlinien von 2017 entwickeln, haben ein signifikant höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als Normotoniker. mehr »

Computervirus legt Klinik lahm

Das bayerische Klinikum Fürstenfeldbruck ist von einem Computervirus lahmgelegt worden. Es hatte sich daher auch von der Integrierten Leitstelle des Landkreises abgemeldet und nur dringende Notfälle aufgenommen. mehr »