Ärzte Zeitung, 22.03.2005

Koffein mindert Empfindlichkeit für Insulin

ALEXANDRIA (ddp). Koffein kann die Insulinresistenz fördern. Diesen Effekt haben kanadische Kollegen in einer Studie mit Typ-2-Diabetikern und Menschen ohne Zuckerkrankheit beobachtet.

Dr. Robert Ross von der Queens-Universität in Kingston in Kanada und seine Kollegen untersuchten den Kohlehydratstoffwechsel vor und nach einem dreimonatigen Trainingsprogramm bei acht schlanken und sieben übergewichtigen Männern sowie bei acht übergewichtigen Typ-2-Diabetikern (Diabetes Care 28, 2005, 566).

Die Probanden erhielten entweder ein Koffein-Präparat (5 mg pro Kilogramm Körpergewicht) oder Placebo. Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee (150 ml) enthält durchschnittlich 100 mg Koffein.

Vor dem Training reduzierte das Koffein im Vergleich zu Placebo bei allen Männern die Insulin-Empfindlichkeit um etwa ein Drittel. Nach dem Fitneßprogramm war der Effekt weiterhin zu beobachten: Die Insulinempfindlichkeit sank durch Koffein bei schlanken Männern um 23 Prozent, bei den Übergewichtigen um 26 Prozent. Bei den Diabetikern blieb sie nach wie vor bei etwa 33 Prozent.

Dennoch seien die Ergebnisse noch kein Grund, auf den morgendlichen Kaffee zu verzichten. Denn das Getränk enthält auch Antioxidantien, Kalium oder Magnesium, die eine positive Wirkung auf den Glukosestoffwechsel haben könnten. "Wenn man jemandem reines Koffein ohne all die anderen in Kaffee enthaltenen Substanzen verabreicht, ist das etwas völlig anderes", erklärte Ross.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weg frei für GroKo-Gespräche – Schulz verspricht Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »