Ärzte Zeitung, 04.06.2012

Typ-2-Diabetes: Kein Nierenschutz durch scharfe Blutzuckereinstellung?

NEW HAVEN (eis). Eine scharfe Blutzuckereinstellung bei Patienten mit Typ-2-Diabetes verringert offenbar das Risiko für Nierenversagen nicht. Das legen Ergebnisse einer Metaanalyse von Forschern um Dr. Steven Coca von der Yale School of Medicine nahe (Arch Intern Med 2012; 172: 761).

Die Wissenschaftler werteten Daten von sieben Studien mit 28.065 erwachsenen Patienten aus. Der Krankheitsverlauf der Teilnehmer war in den Untersuchungen über zwei bis 15 Jahre nachverfolgt worden.

Im Vergleich zu Patienten mit Standardtherapie war bei Patienten mit intensiver Behandlung und scharfer Stoffwechseleinstellung einschließlich höherer Medikamentendosen das Risiko für Niereninsuffizienz nicht reduziert.

Auch waren die Raten für Dialysetherapie und für Todesfälle wegen Nierenversagen bei den intensiv behandelten Patienten nicht verringert.

Präventive Wirkung bei Typ-1-Diabetes belegt

Die intensive Blutzuckerkontrolle reduzierte bei den Patienten allerdings das Risiko für die Entwicklung einer Mikroalbuminurie um 14 Prozent und das Risiko für Makroalbuminurie um 26 Prozent. Über die Messwerte hinaus sei aber die Prognose nicht verbessert worden.

Im Gegensatz dazu ist bei Typ-1-Diabetes die präventive Wirkung der intensivierten Therapie langfristig belegt.

Da von ersten Symptomen bis zum Nierenversagen bis zu 25 Jahre vergehen können, waren die Studien möglicherweise zu kurz angelegt, so ein Kommentar zur Metaanalyse.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »