Ärzte Zeitung, 08.09.2015
 

Typ-1-Diabetiker

Blutzucker hoch - Infarktrisiko hoch

Je stärker der Blutzuckerwert von Typ-1-Diabetikern vor einer Bypass-Operation vom Referenzwert abweicht, desto größer ist die Gefahr, im Zeitraum von knapp fünf Jahren nach dem Eingriff einen tödlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

STOCKHOLM. Sagt der präoperative HbA1c-Wert von Patienten mit Typ-1-Diabetes und anstehender koronarer Bypass-Operation etwas darüber aus, wie hoch in der Folgezeit das Risiko für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse ist?

Forscher um Dr. Thomas Nyström aus Stockholm haben versucht, diese Frage in einer Studie zu klären.

Dazu nutzen sie Patientendaten aus dem SWEDEHEART-System, ein webbasiertes landesweites Register für Patienten mit Koronarerkrankungen in Schweden, sowie aus dem nationalen Diabetes-Register des Landes (J Am Coll Cardiol. 2015; 66: 535).

Insgesamt wurden 764 Patienten mit Typ-1-Diabetes ausfindig gemacht, bei denen in der Zeit zwischen 1997 und 2012 eine koronare Bypass-Operation durchgeführt worden war.

Aus allen verfügbaren HbA1c-Werten vor der Operation wurden die mittleren präoperativen HbA1c-Werte dieser Patienten errechnet.

Je nachdem, ob diese Werte unter 7 Prozent, im Bereich zwischen 7,1 bis 8 Prozent, 8,1 bis 9 Prozent, 9,1 bis 10 Prozent oder über 10 Prozent lag, wurden die Patienten einer von fünf HbA1c-Kategorien zugeordnet.

Dann wurde analysiert, wie hoch in der Folgezeit (im Median 4,7 Jahre) das Risiko für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse in Abhängigkeit von diesen Blutzucker-Kategorien war.

Jede Erhöhung um ein Prozenptunkt erhöht Gefahr um 18 Prozent

In Relation zum Referenzwert (HbA1c≤ 7 Prozent) war jede höheren HbA1c-Kategorie mit einer weiteren Zunahme von Todesfällen und kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz, oder wiederholte Revaskularisation) assoziiert.

Schon bei HbA1c-Werten im Bereich zwischen 7,1 und 8 Prozent war dieses Risiko um 34 Prozent erhöht, bei extrem hohen Werten im Bereich über 10 Prozent betrug die Risikoerhöhung gar 125 Prozent.

Die Analyse von HbA1c als kontinuierliche Variable ergab, dass jede HbA1c-Erhöhung um 1 Prozentpunkt mit einer relativen Zunahme des Risikos für Tod und kardiovaskuläre Ereignisse um 18 Prozent assoziiert war. (ob)

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