Ärzte Zeitung online, 24.01.2017

Kommentar

Ausschlafen vor Diagnostik!

Von Robert Bublak

In älteren Lehrbüchern der Inneren Medizin findet sich mancher Ratschlag, der davon zeugt, wie skrupulös man einstmals Diagnosen gestellt hat. Ein Beispiel ist die Blutzuckermessung. Selbst psychische Belastungen galten als Grund, die Ergebnisse aus dem Labor mit Vorsicht zu deuten. Denn Stress, so mahnten die medizinischen Altvorderen, könne die Glukosekonzentration beeinflussen.

Seit freilich gelehrt wird, wie riskant selbst die Vorläuferstadien ohne manifeste Erkrankung sind, ist die Diabetologie von weniger Nachsicht geprägt. Die Möglichkeit falsch positiver Befunde in der Diagnostik von Störungen des Glukosestoffwechsels sollte man dennoch nicht aus den Augen verlieren. Laut Resultaten einer Studie kann nämlich selbst der so zuverlässige orale Glukosetoleranztest in die Irre führen.

Wie die Untersuchung zeigt, hat eine besonders kurze Schlafdauer in den Tagen vor dem Test mitunter eine erhöhte 2-Stunden-Glukose-Konzentration zur Folge, ohne dass die Betroffenen Diabetiker wären. Ihr HbA1c-Wert jedenfalls liegt im Normbereich. Dem Phänomen lässt sich durch ausreichenden Schlaf offenbar vorbeugen. Damit aus Müdigkeit keine Krankheitsdiagnose wird, sollten die Patienten vor dem Test der Glukosetoleranz daher lange genug geschlafen haben.

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