Diabetes

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Modul: Der Diabetespatient in der Notfallversorgung – Synopsis für den ambulanten Sektor, den Rettungsdienst und die Notaufnahme

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Ärzte Zeitung online, 18.08.2017

Sorge um Nachwuchs, Innovation und wirksame Prävention

Eher Stillstand und viel Symbolpolitik – das ist die gesundheitspolitische Bilanz der nun ablaufenden Legislaturperiode für die Versorgung von Menschen mit Diabetes.

Von Helmut Laschet

BERLIN/AACHEN. Sorgen um ausreichenden Nachwuchs an Diabetologen, eine schmalbrüstige Finanzierung der Diabetologie durch die Fallpauschalen für die Krankenhäuser, anhaltende Unsicherheiten beim Umgang mit Innovationen in der frühen Nutzenbewertungen und schließlich eine Präventionspolitik, die sich als eher symbolisch erweist – das ist die ernüchternde gesundheitspolitische Bilanz der nun ablaufenden Legislaturperiode aus Sicht der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Vor diesem Hintergrund fordert DDG-Präsident Professor Dirk Müller-Wieland, in der nächsten Legislaturperiode die Fördermittel für Arztstellen in der fachärztlichen Weiterbildung deutlich aufzustocken. Nach gegenwärtiger Rechtslage können bis zu 1000 Weiterbildungsstellen von Kassenärztlichen Vereinigungen und Kassen gefördert werden.

Notwendig seien ferner Korrekturen am DRG-System. Die Diabetologie sei eine überwiegend sprechende Medizin und in den Fallpauschalen der Kliniken unterbewertet. Das habe dazu geführt, dass die Zahl selbstständiger diabetologischer Einheiten in den Krankenhäusern gesunken sei. Der Bedarf an dieser Kompetenz steige aber. Zwischen 20 und 30 Prozent aller Krankenhauspatienten haben inzwischen die Nebendiagnose Diabetes.

Bei der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen fordert Müller-Wieland Verfahrensveränderungen: Insbesondere müssten medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaften mit ihrer klinischen Expertise frühzeitig i bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie und der Einschätzung des medizinischen Standards eingebunden werden. Es reiche nicht aus, wenn sich der Bundesausschuss bei seiner Entscheidung, im Wesentlichen auf das Gutachten des IQWiG und das Urteil der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft abstütze.

Enttäuscht ist die Deutsche Diabetes-Gesellschaft von der Präventionspolitik der Koalition – auch wenn es gelungen sei, nach mehreren gescheiterten Anläufen ein Präventionsgesetz zu verabschieden. Dr. Dietrich Garlichs, der Vorstandsbeauftragte der DDG, sieht in der Praxis der Präventionspolitik einen schweren Konstruktionsfehler: Prävention in Lebenswelten sei eine gesamtgesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe – von Krankenkassen, die im Wettbewerb zueinander stehen, sei eine Erfüllung einer solchen Aufgabe nicht zu erwarten.

Es mangele auch an einer zielgerichteten Strategie, mit der vulnerable Teil der Bevölkerung und insbesondere auch Kinder erreicht werden. Übergewicht und Fehlernährung als Hauptursachen für Diabetes sind bei bildungsfernen Angehörigen der Unterschicht besonders häufig.

Besonders scharfe Kritik übt Garlichs am Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung: Es schaffe mit dem Zentrum für Ernährung ineffiziente Parallelstrukturen und betreibe mit seiner Reduktionsstrategie reine Symbolpolitik. Für die Senkung von Fett und Zucker in Lebensmitteln seien keine Zielwerte vorgegeben, es würden keine Zeiten definiert, innerhalb derer bestimmte Ziele erreicht werden sollen, und es sind keine Sanktionen vorgesehen. Andere Länder wie etwa Großbritannien seien wesentlich konsequenter.

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